Leserbrief: Gap Theory

Kategorie(n): Schöpfung  

Aus einem Leserbrief: "Hallo Helmut! Es gibt Auslegungen, die besagen, dass zwischen den Versen 'Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.' und 'Die Erde aber war wüst und leer...' eine undefinierte Zeitspanne liegt. Kann das so zu betrachten sein, wie siehst Du das?"

Für unseren Glauben ist es wichtig, fest auf der Wahrheit des Wortes Gottes zu stehen. Die Fragen, wie die Welt entstanden ist und warum Jesus überhaupt am Kreuz hat sterben müssen, betreffen uns als Gläubige auf ganz grundlegende Weise. Es ist gut, sich mit bestimmten Lehren auszukennen und zu wissen, ob sie unbiblisch sind und wenn ja, warum. Eine dieser Lehren ist die sogenannte "Gap Theory" oder "Lückentheorie", die das Fundament unseres Glaubens angreift. Denn wenn sie wahr wäre, wäre Jesus umsonst am Kreuz gestorben ...

Was ist die Gap Theory ("Lückentheorie" oder auch "Restitutionslehre" genannt)?

Die Bibel lehrt, dass die Erde 6.000 Jahre alt ist. Nachdem Charles Lyell im 19. Jahrhundert behauptete, dass die Erde angeblich Milliarden Jahre alt sei, stellten sich viele Christen nicht entschieden dagegen. Statt dessen versuchten sie, diese "neue wissenschaftliche Erkenntnis", die sie ungeprüft für richtig hielten, mit der Bibel zu verbinden. Sie suchten also nach Belegen in der Bibel, die aussagen würden, dass die Erde wirklich Milliarden Jahre alt wäre. Doch wo im Schöpfungsbericht sollte man diese viele Jahre unterbringen? Es entstand die Theorie, dass zwischen Gen 1:1 und Gen 1:2 ein sehr großer Zeitraum läge, Millionen oder sogar Milliarden Jahre.

Das soll aus 2 Gründen so gewesen sein: Erstens wurde behauptet, dass Luzifers Fall in diesem Zeitraum stattgefunden haben müsste. Denn nachdem Gott in Gen 1:1 alles erschaffen hatte, heißt es in Vers 2: "Und die Erde war wüst und leer." Warum also sollte etwas "wüst und leer" sein, wenn Gott es erschaffen hat? Es sollte doch "sehr gut" sein?! Irgend etwas musste zwischen diesen beiden Versen geschehen sein. (Ein typisches menschliches Denken, das dem einfachen, kindlichen Glauben an die Bibel im Weg steht!)

Es sollte angeblich Luzifers Fall gewesen sein und das darauf folgende Gericht Gottes über ihn. Interessanterweise sollte dieses Gericht durch eine Flut gekommen sein! Lebewesen, die vor Adam und Eva gelebt haben sollen, wären in dieser Flut umgekommen. Alle Gesteinsschichten, wie wir sie heute auf der Welt sehen, wären damals - in Milliarden von Jahren - entstanden. Deshalb sollte Noahs Flut nur lokal oder klein und unbedeutend gewesen sein, ohne große Auswirkungen auf die Geologie der Erde heute.

Der zweite Grund, warum diese Theorie richtig sein soll, folgt daraus: man wollte die Bibel mit der Evolutions-Theorie verbinden. Zwar denken nicht alle Anhänger der "Lücken-Theorie" so, aber von manchen wird sie dazu mißbraucht, um scheinbar sowohl die Schöpfung, als auch die Evolution zu rechtfertigen. Gott hätte also "durch Evolution erschaffen".

Der biblische Text wird anders interpretiert

Genesis 1:2 wird nun anders übersetzt: Das hebräische Wort "hayah" ("und die Erde WAR wüst und leer") wird mit WURDE übersetzt. Die Erde sollte also nach der Schöpfung durch Luzifers Rebellion und die Flut, die ihn gerichtet haben soll, "wüst und leer" GEWORDEN sein. Dazu wird auch das hebräische "tohu vabohu" (wüst und leer) als Folge des Gerichtes interpretiert. Aber der Ausdruck "tohu vabohu" drückt einfach eine "Leere" aus. Es wird also zu viel in den Bibeltext hinein-interpretiert.

Hauptproblem dieser Theorie: Die Bibel sagt gewisse Dinge einfach nicht aus. Die Lückentheorie will eine atheistische Lehre mit der Bibel vereinen.

Auch wenn die Lückentheorie also die 6 Tage der Schöpfung richtigerweise als 24-Stunden-Perioden sieht, soll der 1. Tag der Schöpfung nicht wirklich der erste Tag gewesen sein. Denn es kämen noch Milliarden Jahre danach.

Warum ist das so wichtig?

Viele Irrlehren kommen nicht in unser Leben, indem sie sich vor uns hinstellen und laut ausrufen: "Ich bin ein Irrlehre! Ich will Dich von der Wahrheit der Bibel wegbringen!" Sondern subtil, über mehrere Jahre hinweg, wird das Fundament der guten und gesunden Lehre des Wortes Gottes, das zum Leben führt, zu untergraben versucht. Die Gap Theorie (oder Lückentheorie) verstößt gegen klare Lehren der Bibel:

Der deutlichste Widerspruch zu einer der Hauptlehren der Bibel ist, dass es vor Adam keine Sünde und damit auch keinen Tod gab. Römer 5:12 sagt: "Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben". Erst durch Adam kam die Sünde in die Welt, und dadurch der Tod. Das war der Grund, warum Jesus in diese Welt gekommen ist und am Kreuz für unsere Schuld geopfert wurde. Vor Gott im Reinen sind nur diejenigen, die dieses stellvertretende Opfer von Jesus ganz persönlich in ihrem Leben annehmen.

Wenn die Bibel sagt, dass es vor Adam keinen Tod gab, gilt das auch für Tiere. Der stellvertretende Tod von unschuldigen Tieren wurde zur Basis der Vergebung Gottes, bevor Jesus auf die Erde kam. Als er dann das vollkommene Opfer brachte, war es auch unschuldiges Blut, das geflossen ist - was nur durch Seinen Tod möglich war. Levitikus 17:11 sagt: "Denn das Leben des Körpers [wörtlich: die Seele des Fleisches] ist in seinem Blut. Und nur für den Altar habe ich es [das Blut] euch überlassen, damit es eure Seelen entsündige. Denn das Blut bewirkt Sühne für ein Leben." Das wird im Hebräerbrief bestätigt: "Und fast alles wird nach der Torah mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung." (Heb 9:22)

Wenn wir akzeptieren würden, dass es den Tod schon vor Adam gab, unterminieren wir damit die grundlegende Botschaft des Kreuzes.

Noahs Flut war ein Gericht Gottes über eine sündige Welt (Genesis 6 - 9). Jesus vergleicht unsere heutige Zeit mit den Tagen Noahs (Matt 24:37-51). Noch einmal wird ein Gericht Gottes kommen, diesmal durch Feuer (2. Pet 3!) Wenn die Flut also nur lokal oder sehr ruhig gewesen sein sollte, wird nicht nur Gottes Gericht durch Noahs Flut zerstört, sondern auch das kommende Gericht durch Feuer!

Das hebräische Wort "hayah" kommt von der Wurzel "zu sein". Gottes eigener Name, "Jahwe", kommt von der selben Wurzel! Gott ändert sich jedoch NICHT. Dieses Wort drückt also keine Veränderung aus (es "wurde" etwas anders), sondern drückt aus, dass es so "war" (und auch so geblieben ist).

Die Bibel ist konsistent. Genesis 1:2 sagt: "Und die Erde war wüst ["tohu"] und leer "[bohu"]." Jes 45:18 sagt: "Denn so spricht Jahwe, der die Himmel schuf; der Gott ist, der die Erde gebildet und geformt hat und der sie erhält; der sie nicht als Chaos [nicht "tohu"] erschaffen hat, sondern zum Bewohnen gebildet hat: 'Ich bin Jahwe, und keiner sonst!'"

Gibt es hier einen Konflikt? Erstens: in Jes 45:18 steht "nicht tohu", in Gen 1:2 steht "tohu". Zweitens: in Gen 1:2 steht "bohu" = leer, in Jes 45:18 steht "um bewohnt zu sein". Doch diese beiden Verse sind kein Widerspruch zueinander. Denn Genesis 1:2 beschreibt den 1. Tag der Schöpfungswoche, Jes 45:18 beschreibt den 6. Tag (und die Zeit danach)! Am 1. Tag war die Erde noch wüst und leer, am Ende der Schöpfungwoche aber nicht mehr. Gott hatte alles "sehr gut" erschaffen, und die Erde war fertig, um bewohnt zu sein.

Auch das Wort "füllet die Erde" in Gen 1:28 bedeutet genau das: "füllen" und nicht "wieder von Neuem erfüllen", wie es von Vertretern der "Gap Theorie" oft behauptet wird. (Deshalb auch der Name "Restitutions-Lehre", da sie meinen, nach der angeblichen "Zerstörung" wäre ein "Wiederaufbau" notwendig gewesen.)

Die Gap Theorie hat aber einen Widerspruch in sich selbst: Die Fossilien seien angeblich Milliarden Jahre alt, also vor dem Menschen in der "Luzifer-Flut" entstanden. Das heißt, die Fossilien kamen laut dieser Theorie durch eine Katastrophe zustande! Aber trotzdem braucht diese Lehre einen "Gap", eine "Lücke", damit die Entstehung aller Fossilien Millionen Jahre dauern kann. Einerseits seien Fossilien durch eine Katastrophe entstanden (also schnell!), andererseits soll diese "Lücke" Miliarden Jahre gedauert haben → ein Widerspruch.

Schließlich gibt es eine lange Reihe von wissenschaftlichen Belegen für eine junge Erde. Die Bibel spricht ganz einfach nicht von Milliarden von Jahren, sondern von der Schöpfung vor 6.000 Jahren. Wer sich dafür mehr interessiert, ist herzlich dazu eingeladen, uns einzuladen: zu einem Seminar über das Thema "Schöpfung oder Evolution?" Wir würden sehr gerne zu euch kommen, euren Glauben stärken und die Wahrheit der Bibel anhand der Wissenschaft zeigen!

Marcel (7. 8. 2015, 20:14)

Zum Alter der Erde habe ich eine Vermutung. Gott schuf doch erst am 4. Tag die Sonne und den Mond und somit auch die Zeit. Also hat er doch erst am 4. Tag die Irdische Zeit festgelegt. Also kann es doch sein das in den ersten 3 Tagen eine ganz andere Zeit auf der Erde war und es Alles viel schneller ging oder?


Helmut Leinfellner (19. 8. 2015, 12:44)

Hallo Marcel!

Zu Deiner Frage habe ich einen Artikel geschrieben: Licht und Sonne. Dort erkläre ich genauer, was die Bibel zum Thema "Licht" sagt.

Was die Tage betrifft, sind alle 7 Tage der Schöpfung gleich lang - 24 Stunden in unserem heutigen Sinn. Vielleicht machen wir einmal ein Seminar "Schöpfung oder Evolution?" :-) Da behandeln wir dieses Thema ausführlich.


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