Der Alte und der Neue Bund

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Aus aktuellem Anlaß möchte ich über den Alten und Neuen Bund schreiben und Mißverständnisse aufklären. Wir haben vor Kurzem ein Seminar erlebt, bei dem viele Christen sehr verwirrt worden sind, weil unbiblische Lehre über den Neuen Bund in Jesus ihr Fundament im Glauben angegriffen hat. Dabei ging es (auch) um ein falsches Bild über den Neuen Bund, den wir in Jesus mit dem Vater haben.

Gott hat im Laufe der Geschichte einige Bündnisse mit Menschen gemacht: Adam, Noah, Abraham, David. Wenn wir über den Neuen Bund sprechen, müssen wir auch über den 'Alten' Bund sprechen; denn der Neue ist die Erfüllung des Alten. Ich möchte in diesem Artikel also 'Alten' und 'Neuen' Bund und ihre Verbindung zueinander genauer betrachten.

Viel falsches Verständnis

Es gibt viele Mißverständnisse über den Neuen Bund.

1 Manche Menschen glauben, daß das Alte Testament vorbei und damit belanglos wäre. Doch 'alt' heißt in diesem Zusammenhang VOR Jesus, 'neu' heißt NACH Jesus. (Mehr dazu weiter unten.)

2 Manche Menschen glauben, daß der Neue Bund etwas völlig anderes als der Alte Bund wäre.

3 Manche Menschen glauben: Altes Testament = Judaismus, Neues Testament = Christenheit. Das Alte Testament sei (nur) für Juden, das Neue Testament sei (nur) für Christen. Das ist eine falsche Sicht des Neuen Bundes.

4 Manche Menschen glauben: Altes Testament = Werke, Neues Testament = Glaube. Altes Testament: du mußt das Gesetz halten, Neues Testament: du glaubst einfach nur. Das ist eine fehlerhafte Anwendung.

5 Manche Menschen glauben, der Alte Bund sei schlecht gewesen, der Neue ist gut. Das kann jedoch gar nicht sein, wie wir sehen werden!

6 Manche Menschen glauben, Gott habe einen neuen Bund mit einfacheren Bedingungen gemacht.

Ich werde im Laufe dieses Artikels zeigen, daß alle diese Vorstellungen fehlerhaft sind, weil sie auf einem falschen Verständnis über den Neuen Bund beruhen.

Was ist ein Bund?

Ein gutes Beispiel eines Bundes sehen wir in Genesis 15:7-9, wo Gott zu Abram spricht: "Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der ich dich von Ur in Chaldäa ausgeführt habe, daß ich dir dieses Land [Israel] erblich zu besitzen gebe. Und er [Abram] sprach: Herr Jahwe, wobei soll ich merken, daß ich es erblich besitzen werde? Und Er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube. Und er [Abram] brachte solches alles und zerteilte es mitten voneinander, und legte einen Teil dem anderen gegenüber."

In alten Zeiten gab es beim Schließen eines Bundes diese Zeremonie: sie nahmen ein Tier, zerteilten es in zwei Hälften - genau wie es Gott Abram befohlen hatte - und die zwei Vertragspartner gingen dann zwischen den zwei Tierhälften, die am Boden lagen, durch. Durch diese Zeremonie sagten sie dem anderen Partner zu: Falls ich mein Versprechen an dich breche, möge es mir wie diesem Tier ergehen. Ich werde mein Versprechen an Dich halten - egal, was kommt. Vielleicht kostet es mich mein Leben, aber ich verspreche dir heute, daß ich zu dir stehen werde.'

Ein Bund ist ein Vertrag. Es ist ein Abkommen zwischen zwei Parteien. Bestimmte Punkte, die die Grundlage der Vereinbarung bilden sollen, werden aufgeschrieben. Entscheidend dabei ist, daß der Bund selbst nicht aus den niedergeschriebenen Punkten besteht, sondern aus der Vereinbarung, die beide Parteien miteinander treffen. Der Bund ist das Abkommen, die Vereinbarung miteinander.

Neben den 2 Parteien gibt es auch einen Mittler. Er vermittelt zwischen den zwei Parteien. Im Alten Bund war Mose der Mittler. Im Neuen Bund ist Jesus der Mittler. Gott hat den Alten Bund nicht mit Mose allein geschlossen, sondern mit dem Volk Israel. Mose hat vermittelt. Gott hat den Neuen Bund nicht mit Jesus geschlossen, sondern mit Israel und Judah. Nichtjuden sind im Glauben dazu gekommen. Jesus hat vermittelt.

Gott wird einen Bund niemals brechen. Er steht immer zu Seinem Wort.

Was war der Alte Bund (und was nicht)?

Am Berg Sinai schloß Gott einen Bund mit dem Volk Israel. Er bestand darin, daß sich das Volk bereit erklärte, dem Herrn zu gehorchen. Darauf folgte die Zeremonie der Feier des Bundes.

"Er hatte aber zu Mose gesagt: Steige zum HERRN herauf, du und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels, und betet von fern an! Aber Mose allein nahe sich zum HERRN; jene sollen sich nicht nahen, und das Volk soll nicht mit ihnen heraufkommen! Mose kam und erzählte dem Volk alle Worte des HERRN und alle die Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun! Da schrieb Mose alle Worte des HERRN nieder und stand des Morgens früh auf und baute einen Altar unten am Berg und zwölf Malsteine nach den zwölf Stämmen Israels. Und Mose sandte israelitische Jünglinge, daß sie Brandopfer darbrächten und Farren zum Dankopfer dem HERRN opferten. Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und tat es in Becken; aber die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar. Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und befolgen! Da nahm Mose das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR über allen diesen Worten mit euch gemacht hat!" (Ex 24:1-8)

Es wurden also die Vereinbarungen in ein Buch niedergeschrieben. Mose hat zwischen Gott und dem Volk vermittelt. Am Berg Sinai hat Gott gesagt: Wenn ihr Mir gehorcht, werdet ihr Mein spezielles Eigentumsvolk sein. Das Volk hat geantwortet: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun und befolgen! Die Opfer wurden gebracht, das Blut wurde vergossen, der Bund war geschlossen.

Eine sehr wichtige Unterscheidung: ein Bund ist eine Vereinbarung, kein Gesetzestext. Der Alte Bund basiert auf Gehorsam dem Gesetz Gottes gegenüber. Es ist wie in einer Ehe. Ein Mann und eine Frau kommen überein, daß sie eine Ehe miteinander eingehen wollen. Darauf treten sie - mit Gott und miteinander - in einen Bund ein. Dieser Bund wird bei der Hochzeits-Zeremonie ausgesprochen, und in der Hochzeitsnacht eingegangen. Er wird mit Blut besiegelt. Welcher Bund wurde eingegangen? Den Bund, den Gott gegeben hat: Ein Fleisch zu sein (Gen 2:24). Wenn wir von Ehe-bruch sprechen, ist genau diese Vereinbarung gebrochen worden.

Das Gesetz selbst ist also nicht der eigentlich Alte Bund; sondern das Gesetz ist das Buch des Bundes, in dem die Bedingungen geschrieben stehen. Der Bund selbst ist die Vereinbarung, das Gesetz zu halten. Das wird im Verständnis über den Neuen Bund entscheidend sein.

Der Neue Bund

Die Ankündigung des Neuen Bundes finden wir bei Jeremiah, in Kapitel 31. Sie kam zu einer sehr spannungs-geladenen Zeit, kurz vor der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier. Jeremiah war vom Herrn mit einer Botschaft beauftragt, die niemand hören wollte: ihr seid vom Herrn abgefallen und habt Gottes Bund ('Wir wollen gehorchen!') gebrochen; deshalb kommt Gericht und Zerstörung. Und dann in Vers 31:

"Siehe, es kommen Tage, spricht Jahwe, da ich mit dem Haus Israels und mit dem Haus Judas einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloß an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägyptens auszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, und ich hatte sie mir doch angetraut, spricht Jahwe. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israels nach jenen Tagen schließen will, spricht Jahwe: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und es in ihren Sinn schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; und es wird niemand mehr seinen Nächsten oder seinen Bruder lehren und sagen: 'Erkenne Jahwe!' denn sie sollen mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht Jahwe; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken!" (Jer 31:31-34)

Israel und Judah, die zwei jüdischen Königreiche, hatten den Bund gebrochen: sie hatten ihr Wort gegeben, aber nicht gehalten. Sie hatten die Vereinbarung, die mit Blut besiegelt worden war, nicht eingehalten. Doch Gott liebt Sein Volk und will sie erlösen! Durch alle Propheten ruft Er sie zu sich zurück. Ja, selbst im Gericht hat Er Erbarmen, will sie aufrütteln und zu sich zurückführen. Daher tut Er etwas Neues: einen Neuen Bund! Das Wort 'neu' hat im Hebräischen auch die Bedeutung von 'frisch'. Gott tut etwas Frisches! Dieser Neue Bund ist "nicht wie der [Alte] Bund". Mit wem schließt Gott den Neuen Bund? Gott selbst sagt wortwörtlich: "Mit dem Haus Israels und dem Haus Judahs", also mit dem jüdischen Volk. Daher sagt Jesus, wie Er hier auf der Erde war, auch: "Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israels gesandt." (Matt 15:24) Nichtjuden haben aber die Möglichkeit, durch ihren Glauben an Yeshua, den jüdischen Messias, auch in diesen Bund einzutreten. Denn nach Seiner Auferstehung gibt der Herr uns den Auftrag: nicht nur Israel, sondern die ganze Welt (wie es auch schon im Alten Testament angekündigt war): "Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern!" (Matt 28:19) und "Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist über euch kommt, und werdet Zeugen für mich sein: in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde!" (Apg 1:8)

Auch durch den Propheten Hesekiel spricht Gott über den Neuen Bund (beachten wir bitte die gleichen Sprache wie bei Jeremiah und ... daß Gott hier zu Israel spricht!):

"Ich will reines Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet; von aller eurer Unreinigkeit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun." (Hes 36:25-28)

Was sind die Bedingungen des Neuen Bundes? Der Neue Bund hat als Basis nicht die Worte des Volkes: "Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun." Sondern: "Ich werde mein Gesetz in ihr Herz schreiben."

Wann ist der Neue Bund in Kraft getreten? Beim letzten Abendmahl. Es war eine Pessach-Feier, als Jesus den Bund ankündigte und wenige Stunden später einsetzte, als Er am Kreuz Sein Blut vergoß. "Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dieses Pessach mit euch zu essen, bevor ich leide. Denn ich sage euch, ich werde es nicht mehr essen, bis es im Reich Gottes erfüllt sein wird. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch! Denn ich sage euch, ich werde hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist. Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis! Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und er sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird." (Luk 22:15-20)

Der Unterschied

Der Unterschied zwischen Altem (erstem) Bund und Neuem Bund ist der: im Alten Bund hat Gott gesprochen, Mose hat es niedergeschrieben und das Volk hat gesagt: Wir wollen gehorchen. Im Neuen Bund schreibt Gott Sein Gesetz in die Herzen Seines Volkes. Es ist daher nicht mehr äußerlich, sondern innerlich. Es ist nicht etwas, was die Person versucht zu tun, das für ihn äußerlich ist - es ist jetzt ein Teil seiner essentiellen Natur. Wichtig dabei ist, daß sich das Gesetz Gottes dabei nicht geändert hat. Gott hat nicht gesagt: Ich werde ein NEUES Gesetz in ihr Herz schreiben. Es ist das selbe Gesetz: mit den selben Forderungen, mit den selben Satzungen, mit den selben Geboten. Aber es ist innerlich, nicht äußerlich.

Heb 8:7 sagt nun: "Denn wenn jener erste tadellos gewesen wäre, so würde nicht Raum für einen zweiten gesucht." Was ist der "Tadel" am Ersten Bund? Gibt es mit Gottes Gesetz ein Problem? Das kann nicht sein! Denn durch die Schrift hindurch - im Alten UND im Neuen Testament - heißt es immer wieder, daß das Gesetz Gottes gut ist: "Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele;" (Psalm 19:8) Paulus sagt: "So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut!" (Röm 7:12) Wenn wir so oft in der Bibel lesen, daß das Gesetz gut und vollkommen und perfekt ist, was ist dann der Tadel von Heb 8:7?

Das entscheidende Detail

Die entscheidende Sache ist: das Gesetz selbst ist nicht der Bund. Der Fehler liegt nicht bei der Torah, dem Gesetz. Der Fehler liegt bei UNS. Der Fehler liegt bei unserem Versprechen. Wir haben unsere Vereinbarung nicht gehalten. So heißt es in gleich im nächsten Vers: "Denn er tadelt sie [Mehrzahl] doch, indem er spricht". Wen tadelt Gott hier? Die Menschen (vom Haus Israels und vom Haus Judas). Das Volk hatte doch gesagt: Alles, was der HERR sagt, wollen wir tun! Ihr Fehler war, daß sie nicht gehalten haben, was sie versprochen hatten. Im Römerbrief führt Paulus dann aus, daß nicht nur Juden, sondern auch Nichtjuden das Gesetz Gottes gebrochen haben: "Die, welche ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verloren gehen; und die, welche unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durch das Gesetz verurteilt werden. Denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören; sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden." (Röm 2:12-13)

So ist also das Problem mit dem Bund nicht, daß das Gesetz Gottes zu strikt wäre, oder zu 'gesetzlich' oder zu schwer; daß wir sagen könnten: 'Keiner kann diese Gebote halten!' (siehe 1 Joh 5:3!) Das Problem mit dem ersten Bund ist nicht das Gesetz, denn es ist vollkommen. Es ist das Volk, denn sie sind unvollkommen. Also ist das Problem des Alten Bundes ('Wir werden gehorchen'), daß die Menschen fehlerhaft sind. "Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes." (Röm 3:23) Die Sünde bringt uns um. Aber: Gott hat etwas geändert. Und obwohl das in vielen christlichen Kreisen gelehrt wird, hat Gott Sein Wort nicht geändert. Manche Menschen meinen, Gott habe einen neuen Bund mit einfacheren Bedingungen gemacht. Es sei alles 'lockerer' geworden. Sie argumentieren mit "Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig." (2. Kor 3:6) Oft ist das jedoch nur eine Ausrede, um nicht gehorchen zu müssen.

Was hat Gott geändert und was nicht?

1. Er selbst hat sich nicht geändert. "Denn ich, der HERR, verändere mich nicht" (Mal 3:6)

2. Die Torah, das Gesetz, hat Gott nicht geändert. Denn es sind EWIGE Satzungen! "Denn die Erde ist unter ihren Bewohnern entweiht worden; sie haben die Gesetze übertreten, die Satzung abgeändert, den ewigen Bund gebrochen!" (Jes 24:5) Siehe auch Ex 12:24; Lev 3:17; Lev 23:21; Num 15:15; Num 19:11; Num 19:21;

Jesus, der Messias, sagt: "Denn wahrlich, ich sage euch, bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Jota noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist." (Matt 5:18)

DAS KANN ALSO NICHT DER UNTERSCHIED ZWISCHEN ALTEM UND NEUEM BUND SEIN.

Die Lösung

3. Gott verändert Sein Wort nicht - Er verändert die Menschen. Er kann das, denn Er hat uns erschaffen. Er weiß, wie wir sind. Er kennt uns und kann unser Herz neu machen. Diesen Weg hat Gott erwählt. Durch Seinen Geist schreibt Er Sein Gesetz in unser Herz und führt uns so zum Gehorsam.

Gott ändert nicht Sein Wort, Er ändert Herzen.

Gott liebt Sein Volk so sehr, daß Er sagt: Ich werde einen neuen Bund schließen, eine neue Vereinbarung. Ich will meine Torah in eure Herzen schreiben. Gott hat also nicht die Torah geändert, er hat die Vereinbarung geändert. Gott verändert uns von innen heraus. Er macht aus uns eine neue Schöpfung!

Was folgt daraus?

Das Gesetz, das in unser Herz geschrieben ist, ist das selbe Gesetz, das Gott Mose gegeben hat. Das innere Zeugnis des Heiligen Geistes in uns wird niemals dem geschrieben Gesetz Gottes widersprechen. Daher sehen wir, daß

1 die Gesetze Gottes nicht belanglos sind.

2 der Neue Bund nicht vom Wesen her etwas völlig anderes als der Erste Bund ist

3 es nicht stimmen kann, zu sagen, das Alte Testament sei (nur) für Juden, das Neue Testament sei (nur) für Christen. Denn der Neue Bund ist die Erfüllung des Alten Bundes!

4 es nicht stimmen kann, zu sagen: Altes Testament = Werke, Neues Testament = Glaube. Als ob es darum ginge, Altes Testament: du mußt das Gesetz halten, Neues Testament: du glaubst einfach nur. Denn im Brief an die Galater sehen wir, daß 'Glaube gegen Werke' ein Argument ist, wo es darum geht, ob Nichtjuden Juden werden müssen, um errettet zu werden. Es geht also um ein ganz anderes Thema!

5 der Alte Bund nicht schlecht war.

6 Gott keinen neuen Bund mit einfacheren Bedingungen gemacht hat. Das Gesetz Gottes und Seine Gebote haben sich nicht geändert.

7 Alter und Neuer Bund gar nicht im Widerspruch zueinander stehen können! Denn der Neue Bund ist die Erfüllung des Alten Bundes. Die beiden gehören untrennbar zusammen!

8 das Prinzip des Alten Bundes "Gehorsam bringt Segen, Ungehorsam bringt Fluch" auch im Neuen Bund gilt.

9 das Gesetz Gottes nicht schlecht ist, sondern gut! Der HERR sagt, daß wir durch Seine Gebote LEBEN werden:

"Und zwar sollt ihr meine Satzungen und meine Rechte beobachten, weil der Mensch, der sie tut, dadurch leben wird. Ich bin der HERR!" (Lev 18:5)

Jesus selbst sagt auf die Frage eines Schriftgelehrten (orthodoxen Juden), wie er das ewige Leben erlangen kann, daß er die Gebote Gottes halten soll:

"Und siehe, ein Schriftgelehrter trat auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben? Und Er sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du? Er antwortete und sprach: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen und mit deinem ganzen Gemüt lieben, und deinen Nächsten wie dich selbst!' [Die 'Zusammenfassung' des Gesetzes] Er sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben!" (Luk 10:25-28) Die Gebote Gottes bringen uns Leben!

10 ein Christ nicht vom Gesetz befreit ist - in dem Sinn, daß es für ihn überhaupt keine Bedeutung mehr hätte. Sollten wir 75% der Bibel wegschmeißen?

11 'Jesus hat das Gesetz erfüllt' nicht bedeutet, daß das Gesetz seine Gültigkeit verloren hätte und damit vorbei wäre. Jesus sagt: "Meint nicht, ich wäre gekommen, um das Gesetz oder die Propehten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen!" (Matt 5:17) Wie deutlich soll Er es noch sagen?

12 'Jesus hat das Gesetz erfüllt' bedeutet, daß Er die Forderungen des Gesetzes stellvertretend für uns erfüllt hat, auf daß wir in Ihm vor Gott gerecht sind.

Frage: Sagt nicht Röm 10:4, daß das Gesetz vorbei ist?

In manchen Bibel-Übersetzungen lesen wir: "Christus ist das Ende des Gesetzes." Jedoch wird hier das griechische Wort 'Telos' mit 'Ende' übersetzt, was zu Mißverständnisse geführt hat. Das Wort 'Telos' heißt auch 'Ziel'. Es ist wie bei einer Laufbahn: der Anfang ist der Start, das Ende ist das Ziel. Das Ziel ist etwas, worauf jemand zusteuert; etwas, was er erreichen will. Röm 10:4 sagt daher: "Denn Messias ist das Ziel des Gesetzes: zur Gerechtigkeit für einen jeden, der da glaubt." Das Ziel des Gesetzes ist Jesus. Das Ziel, das Gott mit dem Gesetz erreichen wollte und will, ist, daß Menschen erkennen, daß sie Sünder sind und zu Jesus, dem Erlöser, kommen.

Einwand: Ich will nicht gesetzlich sein!

Biblisch gesehen bedeutet "gesetzlich" zu sein, daß jemand versucht, durch eigene Erfüllung des Gesetzes vor Gott gerecht zu sein. Er will es durch das Halten der Gebote selber schaffen. Doch das funktioniert nicht. (Herzliche Einladung, es zu probieren; es wird nicht gelingen!) Nur Jesus hat es geschafft. Daher ist auch nur Jesus in diesem Sinn vor Gott gerecht. Doch Er rechnet uns Seine Gerechtigkeit an! (2 Kor 5:21)

Menschlich gesehen wird dieser Ausdruck 'gesetzlich zu sein' jedoch leider oft als Ausrede verwendet. Es ist eine Sache, durch Halten der Gebote Gottes Gerechtigkeit erlangen zu wollen. Es ist eine ganz andere Sache, Gott zu gehorchen. Wenn sich ein Mensch aus Liebe und Gehorsam an Gottes Gebote hält, ist er damit nicht gesetzlich. Manche Menschen verwenden den Ausdruck 'Das ist gesetzlich!' einfach zu oft. In Wirklichkeit wollen sie einfach nur Gottes Gebot nicht gehorchen.

Frage: Was ist im Leben eines gläubigen Menschen im Alten und im Neuen Bund anders geworden (und was nicht)?

Nicht neu:

- Beide bringen Opfer vor Gott, um vor Gott gerecht zu sein und um Vergebung der Sünden zu haben: im Ersten Bund Opfertiere, im Neuen Bund Yeshua, das Opferlamm.

- Beide werden nur durch Glauben vor Gott gerecht. Im Alten und im Neuen Bund müssen wir im Glauben an Gottes Wort handeln.

- Bei beiden mußte Blut zur Vergebung der Sünden fließen: im Ersten Bund Blut der Tiere, im Neuen Bund das Blut von Jesus. Lev 17:11 sagt: "Denn das Blut ist es, das durch [in ihm wohnende] die Seele Sühne erwirkt." Und in Heb 9:22 steht geschrieben: "Und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung." Siehe auch Ex 30:10; Lev 16:18; Lev 16:27; 2. Chr 29:24; Eph 1:7; Kol 1:14; Heb 9:7; Heb 9:14; Heb 9:18;

- Die Gebote im Alten Bund reflektieren Gottes Charakter, der sich nicht ändert. Also gelten diese Gebote heute noch.

Neu:

Das Alte Testament zeigt auf Jesus; Er selbst ist die Erfüllung. Die Art, wie der Glaube ausgelebt wird, ist anders geworden, weil Jesus das vollkommene Opfer gebracht hat. Daher sind Opfertiere nicht mehr notwendig. Er ist das perfekte Opferlamm. Drei konkrete Unterschiede im Leben der Gläubigen (hier gäbe es noch viel mehr zu sagen):

- Opfer müssen nicht mehr beständig gebracht werden, weil Jesus ein vollkommenes Opfer ein für allemal gebracht hat und weil er "allezeit lebt, um beim Vater für uns einzutreten." (Heb 7:25)

- Der Heilige Geist lebt in uns. Zur Zeit des Alten Bundes hat er nicht permanent in den Gläubigen gelebt. Im Alten Testament kam der Heilige Geist auf Menschen - die dann prophezeiht, gesungen, getanzt, gejubelt, gekämpft, überwunden haben - und ging dann wieder. Im Neuen Bund bleibt er in uns. Das gibt ein völlig neues Leben!

- Wir leben nicht mehr unter der Knechtschaft der Sünde! Durch Jesus können wir Sünde ein für allemal überwinden.

Frage: Inwiefern ist der Neue Bund besser als der Alte?

Die Bibel sagt, daß der Neue Bund auf "bessere Verheißungen" gegründet ist (Heb 8:6-7).

Hier ist wichtig, daß wir auf den Zusammenhang achten. Denn allzu leicht kann ein weiteres Mißverständnis entstehen, daß der Erste Bund schlecht wäre, der zweite dagegen gut. Hätte Gott Mose am Berg Sinai etwas Schlechtes gegeben? Der Zusammenhang spricht davon, die zwei verschiedenen Priestertümer miteinander zu vergleichen: das Priestertum vom Alten und vom Neuen Bund. Im Ersten Bund waren menschliche, fehlerhafte Priester eingesetzt, im Neuen Bund Jesus, der vollkommen ist. Im Ersten Bund waren es Priester auf Erden, im Neuen Bund Yeshua, der Himmlische. Im Hebräerbrief Kapitel 7 wird es noch ausführlicher beschrieben.

- Im Neuen Bund wird das vollkommene Gesetz Gottes in unser Herz und in unseren Sinn geschrieben. Dadurch haben wir ein inneres Bewußtsein über die Gebote Gottes und über die Vergebung der Sünde.

- Er wird erweitert: nicht nur Israel, sondern die ganze Welt.

- Der Heilige Geist lebt dauerhaft in uns.

- Jesus reinigt uns nicht nur von Sünde, sondern sogar von dem Bewußtsein über Sünde!

- Wir leben nicht mehr unter der Knechtschaft der Sünde! Durch Jesus können wir Sünde ein für allemal überwinden.

Ohne Israel kein Neuer Bund!

Den Neuen Bund hat der Vater zuerst mit Israel geschlossen, dann auch mit uns. Ein Neuer Bund, in dem Israel nicht vorkommt, existiert nicht. Ein Neues Testament, bei dem Israel ausgegrenzt wird, ist kein Neues Testament. Jesus, unser Erlöser,  sagt: "Das Heil kommt von den Juden." (Joh 4:22) Eine Erlösung ohne Juden ist keine Erlösung. So sollte unsere Verkündigung des Evangeliums zuerst zu Juden gehen. Paulus selbst hat das immer so getan. Er bekennt: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen [Nichtjuden]." (Röm 1:16) Zweitens sollten wir den Menschen bei unserer Verkündigung sagen, was Gott wirklich getan hat: einen herrlichen Bund mit den Juden geschlossen, in den wir auch eintreten können. Was wäre, wenn Neubekehrte, die ins Reich Gottes kommen, von uns schon gehört hätten, daß Gott Israel heute noch liebt? Sicherlich gäbe es weniger Antisemitismus bei Christen!

Was für einen wunderbaren Hohenpriester wir haben! Er war dem Vater im allem gehorsam, hat unsere Sünde getragen und das Gesetz Gottes für uns erfüllt! Jetzt haben wir durch Ihn neues Leben, Freiheit und Friede mit Gott, unserem Vater! Sein Geist lebt in uns und gibt uns die innere Kraft, nach dem herrlichen Gesetz Gottes zu leben: in Gehorsam, Reinheit und vollkommener Hingabe! Wir haben einen Bund mit Gott, dem Vater, den Er niemals brechen wird, weil Er ihn durch das Blut von Jesus besiegelt hat! Wie herrlich ist die Gnade Gottes in Jesus, unserem Messias!

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