Matthäus 24-25 (1/4)

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Wir wollen anwenden, was wir bis jetzt über das prophetische Wort gelernt haben. Es soll konkret darum gehen, was der Herr über die Endzeit sagt. In diesem Artikel schauen wir uns die Worte des größten Propheten, der jemals gelebt hat, an: von unserem Herrn Jesus. Danach wird es um andere Stellen gehen, die parallel dazu sind, Alles wird über diese Tage, in denen wir heute leben, sprechen - die "letzten Tage", die "Endzeit". Dabei möchte ich nicht nur etwas theoretisch abhandeln, sondern immer wieder auf die heutige Situation in der Welt eingehen. Möge der Herr uns offene Herzen geben und uns formen. Möge Er ganz persönlich in unser Leben hineinsprechen. Möge Er uns die aktuelle Stunde erkennen lassen. Der Herr selbst wird uns bereit machen - auf die kommenden Tage, Wochen, Jahre und auf die Wiederkunft von Jesus. Er wird ein Werk in uns tun, wo wir staunen werden.

Ich möchte zuerst den Text ganz präsentieren und dann Vers für Vers durchgehen.

Matt 24:1-14

"Und Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. Jesus aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerbrochen wird! Und als er auf dem Ölberg saß, traten die Jünger alleine zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen, und welches wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, daß euch niemand verführe! Denn es werden viele unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Messias, und werden viele verführen. Und ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; seht zu, erschreckt nicht; denn es muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden da und dort Hungersnöte, Pest und Erdbeben sein. [In der Parallelstelle bei Lukas steht auch noch "Seuchen".] Dies alles ist der Anfang der Wehen. Dann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten; und ihr werdet von allen Völkern um meines Namens willen gehaßt werden. Und dann werden viele Anstoß nehmen und einander verraten und einander hassen. Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen. Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in Vielen erkalten; wer aber bis ans Ende ausgeharrt hat, der wird gerettet werden. Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt gepredigt werden, allen Völkern zum Zeugnis, und dann wird das Ende kommen."

Ich möchte ein paar Verse heraus greifen und eine besondere Betonung darauf legen. Gleich am Anfang spricht Jesus Worte, die wir zwar schon kennen, aber die die Jünger sicher nicht erwartet haben. Wir müssen verstehen: der Tempel, groß, prachtvoll und majestätisch und mit der Herrlichkeit des Herrn erfüllt, war sowohl das nationale, als auch das religiöse Zentrum des jüdischen Volkes. Da hat sich Vieles abgespielt. Drei Mal im Jahr sind alle heraufgekommen. Jerusalem liegt auf einem Berg; der Tempel war sehr weit sichtbar - gerade, wenn er erleuchtet war. Das war DER Ort, wo Gott gesagt hat: Dort lasse ich Meinen Namen für immer wohnen. (Übrigens ganz egal, ob die Juden im Land sind oder nicht.)

Und der Herr sagt hier etwas, was wir in unserer modernen Sprache zu einem Sprichwort übernommen haben: "Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht weggerissen wird." Und für die Juden damals war es etwas so Unvorstellbares, daß sie gesagt haben: Das muß das Ende der Welt sein. Den Tempel gibt es nicht mehr! - vollkommen zerstört. Und darum haben sie diese zwei Fragen gestellt: Wann wird das alles sein? und Was ist das Zeichen, daß Du wiederkommst und des Endes der Welt?

Ich kann mich in meinem eigenen Leben sehr gut daran erinnern, daß es auch bei mir Dinge gegeben hat, wo ich mir einfach nicht vorstellen habe können, daß sich DAS einmal ändert. Und doch kam es dann genau so. Wie geht es uns persönlich mit solchen Situationen: Haben wir auf Punkte in unserem Denken, wo wir sagen: 'Das wird niemals sein.' oder 'Das darf niemals sein.' ? Es ist nicht gut, so zu denken. ALLES kann sich ändern, nur Gott ändert sich nie. Sind wir darauf vorbereitet, wenn es doch so kommt? Durch die Gnade des Herrn werden wir solche Situationen überwinden.

Jesus gibt auf eine spezifische Frage eine spezifische Antwort. Er wird auch uns, wenn wir spezifisch fragen oder beten, ganz konkret antworten. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht: je spezifischer ich bete und bitte, umso spezifischer antwortet Gott mir. Und der Herr gibt hier auf beide Fragen eine konkrete Antwort. Ich möchte noch eine Parallelstelle (Markus 13 und Lukas 21) zitieren. Diese drei Kapitel sind sozusagen drei Sichtweisen von dem selben Erlebnis. Manchmal sind Details anders. Aber wir können uns das wie bei drei Fernseh-Kameras vorstellen: jeder kommt mit einer bestimmten Perspektive und beleuchtet die selbe Sache aus einem etwas anderen Blickwinkel. Wir nehmen natürlich alles zusammen. Hier heißt es:

"Wann wird das alles geschehen?" [Wann wird der Tempel zerstört] Und Jesus sagt: "Und wenn ihr Jerusalem von Kriegsheeren belagert seht, dann erkennt, daß seine Verwüstung nahe ist. Dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in der Stadt ist, der entweiche daraus; und wer auf dem Land ist, gehe nicht hinein. Denn das sind Tage der Rache, damit alles, was geschrieben steht, erfüllt werde. Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen, denn es wird große Not im Land sein und ein Zorn über dieses Volk! Und sie werden durch die Schärfe des Schwertes fallen und unter alle Völker gefangen weggeführt werden; und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind." (Luk 21:20-24)

Heute wissen wir (mehr als die Jünger damals), daß diese prophetischen Worte des Herrn im Jahr 70 erfüllt wurden. Und es war damals so, daß diese dringlichen(!) Worte, die der Herr hier ausspricht [nicht einmal mehr aufs Dach gehen, um etwas zu holen, sondern sofort fliehen], eine Unterscheidung gebracht haben: Menschen, die das ernst genommen haben, haben es getan. Andere nicht. Aus der Geschichte wissen wir: Rom ist gekommen und hat Jerusalem belagert. Vespesian war damals der Anführer, hat die Armeen geschickt, ging aber freiwillig nach Rom zurück, weil er erfahren hatte, daß er der nächste Kaiser sein sollte. Dadurch war für kurze Zeit diese Belagerung Jerusalems aufgehoben. Und da haben die Jünger gewußt: OK, was uns der Herr gesagt hat, ist für JETZT. [Im ersten Artikel der Reihe über das prophetische Wort Gottes haben wir gesagt: wir wissen nicht immer alles im Voraus, aber wenn es so weit ist, dann wissen wir es!] Und alle diejenigen, die Yeshuas Worte ernst genommen haben, und danach gehandelt haben, sind geflohen. Viele sind nicht geflohen, die Belagerung wurde wieder aufgenommen, die Stadt ist eingenommen worden. Yeshuas Prophetie ist buchstäblich erfüllt worden: sie haben vom Tempel wirklich von oben herab jeden einzelnen Stein hinunter geworfen. Er ist zertrümmert worden - kein Stein ist auf dem anderen geblieben. 2 Millionen Juden sind damals gestorben, und 1 Million Juden sind als Sklaven verkauft worden. Es gab damals so viele Sklaven, daß der Wert eines Sklaven stark gefallen ist.

Das war die Antwort auf die erste Frage: Wann wird das geschehen? Wiederum gibt uns das prophetische Wort sehr genaue Punkte an, an denen wir erkennen können: Das ist es! Und irgend etwas davor? Das war es noch nicht! Aber jetzt, das ist es!

Konkrete Zeichen

Die Antwort auf die zweite Frage ist wesentlich länger - der Rest des Kapitels. 'Was ist das Zeichen Deiner Wiederkunft und des Endes der Welt?' Ich möchte es gerne Punkt für Punkt durchgehen, denn es ist eine ganze Menge, die der Herr uns hier konkret sagt. Das Erste - für mich immer wieder erstaunlich - das Allererste, was Jesus sagt, ist: "Seht zu, daß euch niemand verführt!" (24:4) Das soll im Lauf des Kapitels 24 drei(!) Mal vorkommen, daß der Herr uns sagt: Paßt auf, es kommt viel Verführung! Wir haben in den vorigen Artikeln schon gesehen, wie wichtig es ist, daß wir wachen und beten.

Der Herr gibt uns ganz konkrete Zeichen, die unsere Endzeit beschreiben. Neben dem Zeichen der Verführung all das, was folgen wird: Kriege, Hungersnöte, Erdbeben und Seuchen, in dieser Reihenfolge. Das Wichtige beim prophetischen Wort über die Endzeit ist, das sich alles weltweit abspielt und gleichzeitig kommt. Nicht nur dort ein Erdbeben und da eine Hungersnot, nicht nur bestimmte Sachen, die sich in Israel abspielen, sondern es betrifft alles, weltweit, gleichzeitig.

Wie ordnet es der Herr selbst ein? Wenn wir von Kriegen und Kriegsgerüchten hören: wir sollen nicht erschrecken. Wir sollen keine Angst haben. Jesus sagt uns Dinge im Voraus, damit wir es schon wissen und vorbereitet sind ("denn es muß so geschehen"), und wir sollen ohne Angst sein. Etwas später sagt der Herr dann: "Die Völker werden in Angst und Ratlosigkeit vergehen." (Luk 21:25) Und dagegen soll uns charakterisieren, daß wir ohne Angst sind - nicht weil wir in uns besser wären, sondern weil wir mit dem Herrn leben - wenn die ganze Welt in Angst lebt. Es ist teilweise sicher ein Ringen im Gebet, daß wir keine Angst haben. Aber im Herrn können wir das überwinden. Und wenn Du zu Jesus betest und betest und betest, hast Du irgendwann den Sieg. Und in einem späteren Artikel werden wir noch konkreter auf die Frage eingehen: Wie können wir in der Endzeit leben, noch mehr: überwinden? Wir können wir Sieger / Überwinder sein?

Und dann sagt Jesus: "Es ist noch nicht das Ende." (24:6) Das bedeutet: die Zeichen, die jetzt kommen, die Er beschreibt, sind der Anfang der Wehen. Ihr wißt ja, Wehen kommen schubweise, immer stärker, immer häufiger. Sie sind nicht durchgehend, sondern kommen und gehen. Und solche 'Schübe' von Krieg, Pest, Hunger und Erdbeben erleben wir in unserer Geschichte auch. Jesus sagt, das sind die Anfänge der Wehen. Was sagen uns die Wehen? Das Baby kommt! Laßt es mich gleich ganz persönlich machen: (natürlich haben uns Mütter da etwas voraus!) Wenn Du die Geburtswehen erlebst, dann ist das (so höre ich) nichts Angenehmes, etwas Beschwerliches. Aber wenn das Baby dann da ist - auch das sagt der Herr - denkt man nicht mehr daran, vor Freude, daß ein neues Baby da ist. Laß mich dich persönlich fragen: Wenn du in diesem Endzeit-Szenario bist, mit Verfolgung, mit Hunger, mit Kriegen, mit Seuchen, mit Nöten, mit Erdbeben, wenn du wirklich direkt in diesen Geburtswehen drin bist: Willst du, daß die Schmerzen aufhören? - Oder willst Du das Baby haben?

Vielleicht sagen manche von euch jetzt: "Beides!" :-) Aber die Antwort ist eigentlich relativ leicht. Denn aus dem ersten kommen wir nicht heraus. Und genau das kann uns helfen, zu überwinden! Die 'Freude auf das Baby' läßt uns diese Geburtswehen und die Schmerzen aushalten.

Auch Statistiken können uns helfen, zu sehen, wie das prophetische Wort erfüllt wird. Bei den Erdbeben über 6.0 auf der Richter-Skala sehen wir im 18. Jahrhundert nur 4, im 19. Jahrhundert 49, im 20. Jahrhundert 344. So viele gab es alleine in den ersten 15 Jahren im 21. Jahrhundert schon! Wir sehen hier (und auch bei anderen Zeichen), wie rasant das geht! Nicht langsam, schrittweise - sondern es explodiert! Auch bei den Kriegen sehen wir einen deutlichen Anstieg über die Jahrhunderte. Sehr interessant ist hier, daß der Herr sagt: "Volk wird sich gegen Volk erheben und Reich gegen Reich." Für das Wort 'Volk' wird im Griechischen das Wort 'Ethnos' verwendet. Wir kennen den Ausdruck 'ethnisch'. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Kriegen: politisch motivierte und ethnische Kriege. Klassische Beispiele dafür sind der 1. Weltkrieg und die Zeit bis dahin. Das waren politische Kriege. In unserer Zeit, in den letzten Jahrzehnten, sind immer mehr ethnische Kriege - rasant gestiegen: wo eine Völkergruppe gegen eine andere Völkergruppe kämpft. Wir können das überall auf der Welt beobachten. Das ist ein Merkmal unserer Zeit, das gab es davor in diesem Maß nicht. Das ist wieder eine Geburtswehe, die uns zeigt, daß wir genau in dieser Zeit leben, über die Jesus spricht. Was ist im 20. Jahrhundert neu dazu gekommen, was es früher auch nicht gab? Weltkriege. Nuklear-Waffen. Der Holocaust, Völkermord. Und in unserer heutigen Zeit natürlich noch stärker: der Islam und damit Terror. Auch das richtet sich vorwiegend gegen ein bestimmtes Volk, das Volk der Juden.

Bei der Seuchen sind die größten: AIDS, Malaria, Tuberkolose, Cholera. Allein AIDS hat weltweit ca. 100 Millionen Tote gebracht. Eine Seuche anderer Art, die uns seit ein paar Jahren trifft, sind Tätowierungen. Menschen, die doch im Ebenbild Gottes erschaffen worden sind, werden wie die Viecher gebrandmarkt. Mehr dazu hier, hier und hier.

Bei den Hungersnöten gibt es 2 Formen. Es gibt den chronischen Hunger, der lange andauert. Zur Zeit sind ca. 750 Millionen Menschen davon betroffen. Auch hier sehen wir wieder ein Phänomen, das sich weltweit ausbreitet. Das zweite ist der akute Hunger: 'Wenn ich jetzt nicht esse, sterbe ich.' Das betrifft Menschen, die so stark in Hungersnot leben,  daß sie wirklich einen Schritt vor dem Tod sind. Das sind geschätzt etwa 35 Millionen Menschen, weltweit.

Was Jesus sagt, erfüllt sich heute, vor unseren Augen.

Er sagt weiter: "Dann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten und ihr werdet von allen Völkern um Meines Namens willen gehaßt sein. Und dann werden viele Anstoß nehmen und einander verraten und einander hassen." (24:9-10) Ich glaube, daß der Herr hier zu zwei Gruppen von Menschen spricht, wieder einmal. Wir haben im Lauf dieser Artikel-Serie schon gesehen, wie diese beiden Gruppen einfach zusammen gehören. Er spricht zu Juden und Christen. Er sagt: "Um  Meines Namens willen werden ihr gehaßt werden." Wer wird heute auf der Welt gehaßt und verfolgt? Juden und Christen.

Und ich glaube, daß hier ein für uns persönlich sehr wichtiger Punkt ist, um zu überwinden. Warum gibt es dieses "einander überliefern"? "Viele werden Anstoß nehmen und einander verraten und einander hassen." (Matt 24:10) Der Herr spricht hier zu Juden und gläubigen Christen! Die Antwort ist zugleich sehr einfach und sehr traurig: Sie werden einander überliefern, um ihr eigenes Leben zu retten. Wir brauchen zwei Punkte als Vorbereitung: einerseits, daß wir uns - soweit es nur geht - auf so etwas vorbereiten, sollte uns das zustoßen, daß wir von einem Bruder oder einer Schwester verraten werden. Zweitens, daß wir bitten, daß der Herr uns davor bewahren möge. Sollte er es doch zulassen, wird uns nur helfen, daß wir mit der Liebe des Vaters erfüllt sind und in Seiner Gnade überwinden.

Drangsal überwinden

Ich habe einmal jemanden in Israel, den ich im Herrn sehr hoch schätze, gefragt: 'Wie können wir Verfolgung überleben? Wie können wir das überstehen? Wer garantiert mir, daß ich nicht umfalle? und andere verrate? oder den Herrn verleugne?' Und ich habe nach meinen Fragen dann selber die Antwort gegeben, und er hat das einfach bestätigt. Ich habe gesagt: 'Ich glaube, es gibt da einfach eine spezielle Gnade vom Herrn.' Ich kann mir nicht vorstellen, wie anders ein Paulus, ein Richard Wurmbrand und Millionen andere, die wir gar nicht kennen, überwinden hätten sollen. Sie waren auch nur Menschen, aber ich glaube, daß sie so nahe beim Herrn waren und so eine innige Liebesbeziehung gehabt haben, und die GNADE des Herrn in so einem Maß, wie wir sie noch nicht kennen, bekommen haben, daß sie dadurch überwinden konnten.

Noch ein Aspekt, weil es hier um Verfolgung geht: diese Verfolgung der wahren Nachfolger des Herrn, die hat es ja immer schon gegeben. Propheten, die das Wort Gottes gesprochen haben, haben diese Verfolgung ja auch - teilweise in sehr hohem Maß - erlebt. Ein Gedanke, zur Zeit von Jeremiah beispielsweise: da gab es viele falsche Propheten, die um den König herum getanzt sind, die alles gesagt haben, was er hören wollte, in anderen Worten: es gab EINEN wahren Propheten des Herrn - und viele falsche. Und das charakteristische Zeichen war eigentlich: die falschen Propheten haben gesagt, was man hören wollte. Der wahre Prophet hat gesagt: Du mußt Buße tun. Ich glaube, daß ein Mensch heute kein Prophet ist, wenn er nicht Buße betont. Ich meine das für Gläubige und Ungläubige zugleich, daß wir, um vor Gott gerecht zu sein, mit Buße beginnen müssen. Ein Evangelium ohne Buße, letztlich ohne Kreuz, ist kein Evangelium.

Genau darüber spricht der Herr hier im nächsten Vers: "Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen." (24:11) Es ist für mich erstaunlich, wie der Herr sagt: Das wird geschehen. Das wird so sein. Es werden viele verführt werden. Ich werde gleich noch etwas konkreter werden, denn Er spricht zu uns, über die heutige Zeit! Bitte erinnert euch an den ersten Artikel in dieser Serie, wo wir gesagt haben, daß der Herr uns durch das prophetische Wort sozusagen einen Rahmen gibt, innerhalb dessen wir uns bewegen können. Daher sind Gebete wie 'Herr, laß niemanden verführt werden!' sinnlos. Denn der Herr sagt, es wird sicher so kommen.

Verse 12 und 13: "Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in Vielen erkalten; wer aber bis ans Ende ausgeharrt hat, der wird gerettet werden." Diese Gesetzlosigkeit ist im Wesentlichen der Abfall vom Gesetz Gottes, von der Lehre Gottes (Torah). Dieser Abfall ist weltweit zu sehen. Menschen wenden sich immer mehr von Gottes Wort ab. Ich habe schon sagen hören: Man kann nur von etwas abfallen, wo man dran war. Das ist richtig, und es betrifft traurigerweise die Christen - viele waren 'beim Herrn dran' und sind dann abgefallen. (Ich glaube nicht an 'einmal gerettet, immer gerettet'.) Aber ich glaube, es gilt noch mehr. Denn mit Abfall ist hier gemeint, daß sich Menschen ganz allgemein von etwas abwenden. Das geschieht weltweit. Wenn wir heute schauen: eigentlich fällt die ganz Welt in diesem Sinn von Gott ab, bis auf einen Überrest.

Dieses 'Abfallen' ist von Gottes Wort, von Gottes Werten. Und weil das "überhand nimmt", wird die Liebe in vielen Menschen erkalten. Das ist für mich persönlich eine extreme Warnung. 'Herr, laß nicht meine Liebe erkalten, nur weil es draußen immer schlimmer wird.' Und es soll nicht nur bei diesem Gebet bleiben, sondern ich mache konkrete Schritte. Wie immer, arbeiten wir auch hier mit dem Herrn zusammen. Das heißt, ich muß mich hier entscheiden. Ich entscheide mich: 'Nein, meine Liebe soll nicht erkalten.' Und wenn ich mit dieser Gesetzlosigkeit konfrontiert werde, entscheide ich mich umso mehr, gleich zum Herrn zu gehen, und zu sagen: 'Herr, laß meine Liebe nicht erkalten!'

Wir sehen also: dieser Druck, dem wir ausgesetzt sind, diese Drangsal besteht darin: wir werden verfolgt, es gibt den Abfalll, es gibt falsche Propheten, es gibt diese Gesetzlosigkeit. Was ist der Schlüssel zum Erfolg? Die Ausdauer. Wir haben in einem vorigen Artikel schon darüber gesprochen. Wir brauchen Standfestigkeit. Wie in Jakobus geschrieben steht: "Meine Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in vielfache Anfechtungen geratet; ihr wißt ja, daß die Bewährung eures Glaubens Standhaftigkeit wirkt. Und die Standhaftigkeit soll sich im Werk vollenden, damit ihr vollkommen und untadelhaft seid und in nichts versagt." (Jak 1:2-4)

Wie bekommen wir diese Ausdauer? Indem wir ausdauern. Indem wir es tun. Indem wir es lernen. Wie lernt ein kleines Kind schwimmen? Indem es schwimmt. Und nach vielen Versuchen geht es! Wie lernen wir Ausdauer? Indem wir ausdauern, indem wir durchhalten, indem wir standfest sind. Indem wir diese Schwierigkeiten, diesen Druck erleben, der in uns - wenn wir mit dem Herrn zusammenarbeiten - diese Standfestigkeit bewirkt. Es ist nicht angenehm, aber es ist gut. Denn Jesus sagt: "Wer bis zum Ende ausgeharrt hat," - das heißt: das haben wir lernen müssen! Darum gehen wir diese Dinge jetzt durch! - "der wird gerettet werden." Damit wir nicht abfallen, sondern damit wir umso stärker und fester beim Herrn bleiben. Willst Du gerettet werden und gerettet bleiben? Halte durch und überwinde! Und verlaß dich dabei ganz auf die Gnade des Herrn.

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