Wer hat und wer nicht hat

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"Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluß haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat." (Matt 13:12)

Was bedeutet diese Stelle? Fünf Mal wird im Neuen Testament davon berichtet. Aus dem Zusammenhang erkennen wir, was Jesus meint:

In Matt 13:12 geht um darum, Ohren zu hören zu haben, und Augen zu sehen.

In Matt 25:29 sind es Talente.

In Mar 4:25 wieder Ohren zu hören (ein zweites Mal!).

In Luk 8:18 geht es darum, das Wort Gottes zu hören (ein drittes Mal!) und zu tun.

In Luk 19:26 haben wir Pfunde.

Wenn wir dann noch das Wort "haben" genauer anschauen, ergibt sich ein klares Bild. Etwas zu "haben" bedeutet hier nicht nur, es zu "besitzen", sondern es wertzuschätzen, zu verwenden und aktiv damit zu leben.

Wer Ohren zu hören hat, dem wird gegeben werden. Wer schätzt, was er gehört und empfangen hat und danach lebt, dem wird mehr gegeben werden. Wer es aber nicht schätzt oder nicht danach lebt, dem wird die Offenbarung [das, was er hat und nicht schätzt] wieder genommen werden.

Wer ein Talent hat und es verwendet, dem wird (mehr) gegeben werden. Wer aber ein Talent hat und es nicht schätzt und nicht verwendet, dem wird das, was er hat, weggenommen werden.

Wer eine Wahrheit hat - etwas, was Gott ihm gezeigt hat und sie schätzt, dem wird (mehr) gegeben werden. Wer aber nicht hat oder nicht wertschätzt, dem wird auch das, was er hat (und nicht wertschätzt), genommen werden.

Sehr interessant ist auch, dass Jesus es einmal etwas anders sagt: "So seht nun darauf, wie ihr hört! Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint." (Luk 8:18) Wer richtig "hört" und eine Erkenntnis oder Offenbarung von Gott empfängt, es dann aber nicht schätzt, was Gott zu ihm gesprochen hat oder entsprechend weiterlebt, dem geht die Erkenntnis verloren. Er "meint, es immer noch zu haben", es wurde ihm aber genommen.

In allen Stellen gilt das selbe Prinzip: Wenn wir etwas in unserem Leben von Gott bekommen haben und es schätzen, werden wir damit arbeiten und es zum Guten verwenden. Dann werden wir Überfluß haben. Wenn wir es aber nicht schätzen oder nicht verwenden, geht es verloren.

Jede Offenbarung hat Konsequenzen

Wenn wir etwas als Wahrheit erkannt haben, weil der Herr uns die Augen geöffnet hat, müssen wir es leben. Wenn wir es nicht leben und praktizieren, lehnen wir die Wahrheit ab. Und damit lehnen wir Jesus selbst ab, der die Wahrheit ist.

Deshalb war das Gericht des Herrn über die Pharisäer umso größer, weil sie die Wahrheit in der Thorah verkörpert hatten - aber nicht gelebt haben: konsequenterweise stellten sie sich dann gegen DIE lebendige Wahrheit, Yeshua, den Messias Israels. "Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wäret, so würdet ihr keine Sünde haben; nun sagt ihr aber: Wir sehen. Eure Sünde bleibt." (Joh 9:41)

Wenn wir eine Offenbarung vom Herrn bekommen haben, müssen wir danach handeln. Deshalb hat der, der mehr Offenbarung bekommen hat, mehr Verantwortung. Deshalb werden Lehrer des Wortes Gottes "ein strengeres Gericht" erleben, denn sie haben mehr Offenbarung vom Herrn bekommen, von ihnen wird auch mehr gefordert werden. (Luk 12:48; Jak 3:1)

Was sollen wir tun? Es geht nicht darum, dass wir alle ab und zu stolpern und hinfallen. Der Herr ist gnädig und barmherzig, vergibt uns und hilft uns auf, um wieder weiter zu gehen. Sondern es geht um eine grundsätzliche Einstellung, die wir im Herzen brauchen:

1. Die Liebe zur Wahrheit empfangen

2. Mit ganzem Herzen nach Wahrheit suchen

3. Die Wahrheit festhalten und leben

4. Das alles durch ein vollkommenes Ausgerichtet-Sein auf den Herrn und durch eine beständige, tägliche Suche, ein Forschen, ein Streben in uns. 

Ehrlich sein!

Die Frage ist kerzengerade: was wollen wir wirklich im Leben? Den Herrn und Sein Wort - oder unsere eigenen Wege?

Was können Hindernisse dazu sein? Sie können in unserem Herzen und in unseren Gedanken sein:

Lauheit. Wenn der Herr zu uns spricht, gibt es als unsere Antwort darauf nur ein "Ja" oder ein "Nein". Der laue Christ sagt "später" oder "Ich will oder kann mich jetzt noch nicht entscheiden."

Die Selbstgerechtigkeit spricht: "Ich bin ein guter Mensch."

Die Blindheit meint: "Ich hab alles, ich brauche nichts."

Rebellion ist offen: "Ich will Dir in diesem Punkt nicht gehorchen, ich will meinen eigenen Willen tun."

Zu wenig Glaube / Vertrauen führt zu kraftloser Nachfolge.

Kompromiss im eigenen Leben führt zu Täuschung und Verführung.

Das Wichtigste in unserem Leben ist, dem Herrn gehorsam zu sein. Es ist eine zentrale Entscheidung in unserem Leben. Wir können nicht auf beiden Seiten hinken, und uns einerseits zum Herrn stellen ("Ich liebe Dich, Herr") und andererseits eigene Wege gehen. Diese eigenen Wege schauen oft so aus, dass wir gar nicht nach dem Willen des Herrn fragen. Wir sind gleichgültig, antriebslos. Noch schlimmer ist es, wenn wir den Willen des Herrn kennen, aber nicht tun. Jesus sagt: "Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen! und anfängt, die Knechte und die Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht weiß; und er wird ihn entzweihauen und ihm seinen Anteil mit den Ungläubigen geben. Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte und sich nicht bereit hielt, auch nicht nach seinem Willen tat, wird viele Streiche erleiden müssen; wer ihn aber nicht kannte und doch tat, was der Streiche wert ist, der wird wenig leiden müssen. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern." (Luk 12:47-48) Geben wir 100%!

Konkrete Schritte

(1) Die Liebe zur Wahrheit empfangen. Ich glaube, dass dies einer der Schlüssel ist, woran sich entscheiden wird, ob wir überwinden werden oder nicht. Die Verführung wird immer stärker. Sie ist subtil. "Siehst du einen Mann, der in seinen Augen weise ist, für einen Toren ist mehr Hoffnung als für ihn." (Spr 26:12) "Wer auf sein Herz vertraut, der ist ein Tor; wer aber in Weisheit wandelt, der wird entrinnen." (Spr 28:26) Durch eigene Weisheit oder Schlauheit werden wir nicht überwinden. Wir brauchen den Herrn, die Wahrheit selbst, der uns führt und leitet und konkret zu uns spricht, was wir hören müssen. Nur wenn wir die Wahrheit LIEBEN, werden wir überwinden.

(2) Wir müssen die Wahrheit festhalten. "Nicht daß ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möge, indem ich auch von Messias Jesus ergriffen bin." (Phil 3:12) Wir halten am Herrn fest, an unserer Abhängigkeit von ihm. Jesus sagt: "Denn ohne mich könnt ihr nichts tun." (Joh 15:5) Wir wachen über unser Herz und unser Denken. Wir ringen im Geist, bis Seine Wahrheit in uns regiert. Psalm 51:6 gibt uns den Schlüssel: "Siehe, du hast Lust an der Wahrheit im Innern, und im Verborgenen wirst du mich Weisheit kennen lehren."

(3) Wir orientieren uns nicht primär an persönlichen Erfahrungen, sondern am unfehlbaren Wort Gottes. Viele Gläubige sind zu stark auf sich selber und auf eigene Erlebnisse ausgerichtet. Sie schauen auf die Gaben Gottes, und nicht auf den Gott, der Seine Gaben so reichlich austeilt. Das Ergebnis ist geistliche Schwachheit, Insensibilität dem Geist Gottes gegenüber, und ein gesteuert werden von den eigenen Gefühlen. Der Mensch und der Segen, den Menschen bekommen wollen, rücken immer mehr in den Mittelpunkt - nicht der Herr, der uns segnet. Das Resultat sind gläubige Menschen, die sich nach wie vor in einer Gemeinde versammeln, die aber Ich-zentriert leben. Beachten wir: bei der prophetischen Warnung "sie verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat" (2. Pet 2:1) geht es um ehemalige Gläubige!

(4) Wir kehren zur ersten Liebe zu Jesus zurück (Off 2:4-5). Ich bin tief davon überzeugt, dass der Weg zum Überwinden nicht kompliziert, sondern EINFACH ist. Der Schlüssel ist, sich ganz nahe an Jesus zu halten, und nicht auf sich selbst zu verlassen. Nur er kann uns erretten. Nur der Herr kann uns bis zum Ende durchbringen. Was viele nicht glauben wollen: Jesus spricht oft nur EIN MAL - und dann wartet er auf unsere Antwort. Wenn wir ihm nicht folgen, geht er weiter. Sicher gibt der Herr auch zweite Chancen: bei Jona, bei Petrus. Aber oft auch nicht, wie bei König Shaul oder bei dem reichen Jüngling.

Ein Freund von mir hat es so gut ausgedrückt: 'Im Hohenlied Salomos gibt es einen Moment, wo der Bräutigam kommt und ruft und die Braut nicht sofort antworten möchte. Nach einem kurzen Moment des Zögerns steht sie doch auf und stellt fest, dass ihr Geliebter schon fort ist. Während sie hinausläuft, um Ihn zu suchen, wird sie auf der Straße geschlagen. Was für ein Bild! Sind wir bereit, das Ergebnis einer kurzen Zögerlichkeit auf uns zu nehmen? Ist Gott wirklich so sensibel? Das Wort Gottes ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bringt es diejenigen, die in der Wahrheit leben, tiefer zu Gott und gleichzeitig setzt es einen Geist der Verführung frei: über die, die das, was ihnen gegeben wurde, nicht wertschätzen.'

Festhalten!

Welche Wahrheit hat Gott uns schon geoffenbart? Über Sich Selbst, über uns und unsere Sünde, über Israel, über Nachfolge, usw. Halten wir daran fest! Oft hilft es, über das, was Gott uns gezeigt hat, zu beten. Wenn wir es betend in unser Leben aufnehmen und zu einem Teil von uns machen. "Was wir schon erreicht haben, daran heißt es sich zu halten." (Phil 3:16) Wenn wir eine Wahrheit verloren haben, tun wir Buße und bitten wir Gott, dass er noch einmal zu uns spricht und durch Seinen Geist machtvoll in uns wirkt!

Als Jesus seine Jünger beruft, sagt er ein einfaches "Folge mir nach!" Matthäus, der Zöllner, folgte ihm. Wir brauchen radikale Intimität mit Jesus. Ich glaube, dass sie VIEL STÄRKER sein muss als alles, was wir bis heute kennen. Ich glaube auch, dass der Herr viel mehr - eine viel größere Intimität mit ihm - für uns hat. Der Herr ist bereit, uns zu sich zu ziehen. Lassen wir uns von ihm zu sich ziehen? Sind wir bereit, eigene Pläne im Leben aufzugeben? Sind wir - oder sind wir nicht - bei denen, die "dem Lamm folgen, wo immer es hingeht"? (Off 14:4)

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