Hat Jesus alle Speisen für rein erklärt?

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"In Markus 7:19 schreiben viele Bibel-Übersetzungen diesen Satz am Ende: "Und so erklärte er alle Speisen für rein." Also hat Jesus alle Speisegesetze von Levitikus 11 abgeschafft und wir können Schweinefleisch, Schalentiere - und was immer wir wollen - essen. Oder?"

Zunächst sei bemerkt, dass viele Manuskripte den oben angeführten Satz gar nicht beinhalten. Er scheint erst später eingefügt worden zu sein.

Zusätzlich ist die zitierte Übersetzung höchst ungenau. Es sollte heißen (mit dem Text davor): "Merkt ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden." Wenn dieser Teil des Bibelverses überhaupt Teil des Wortes Gottes ist, geht es hier um den natürlichen Weg des Essens durch den Körper. Dabei wird die Speise "gereinigt": der Körper behält sich von jedem Essen, was gut ist, und scheidet alles andere aus. Das bedeutet aber nicht, dass alle Speisen in Gottes Augen von vorn herein "rein" (oder gesund) sind.

Es wird noch klarer, wenn wir den Zusammenhang lesen. "Und es versammelten sich die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren, bei ihm und als sie etliche seiner Jünger mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen (denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, sie haben denn zuvor gründlich die Hände gewaschen, weil sie die Überlieferung der Alten halten. Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich zu baden. Und noch vieles andere haben sie zu halten angenommen, nämlich das Untertauchen von Bechern und Krügen und ehernen Geschirren und Stühlen), da fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen?" (Markus 7:1-5)

Erstens fällt auf, dass es hier nicht um die Torah (das Gesetz) geht, sondern um eine menschliche Tradition. Jesus spricht hier also sicher nicht gegen das Gesetz Gottes.

Zweitens geht es bei dieser Frage gar nicht darum, WAS GENAU gegessen werden darf. Sondern sie fragen, ob man überhaupt essen darf, wenn man nicht vorher die Hände gründlich oder zeremoniell gereinigt hat.

Yeshuas Antwort darauf ist klar und direkt: "Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: 'Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir; aber vergeblich verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, welche Gebote der Menschen sind.'" (7:6-7) Und noch einmal direkt darauf: "Ihr verlaßt das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen fest, das Untertauchen von Krügen und Bechern, und vieles andere dergleichen tut ihr." (Vers 8) Und gleich noch einmal! "Und er sprach zu ihnen: Wohl fein verwerft ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten." (Vers 9) Und ein viertes Mal! "Also hebt ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf; und dergleichen tut ihr vieles." (Vers 13)

Drittens: der Messias spricht in all dem Zusammenhang gar nicht über ein Gebot Gottes, sondern über die "Überlieferungen der Menschen/Ältesten". (Verse 3, 4, 5, 8, 9 und 13)

Genau aus diesen Gründen kann es also gar nicht sein, dass Jesus selbst hier ein Gebot Gottes über Essen außer Kraft setzt, nachdem er die Pharisäer genau dafür kritisiert hat!

Viertens: kann es am Ende des Abschnitts, in den Versen 18-19, um Essen gehen, wenn das Thema bis zu dem Zeitpunkt das Händewaschen war? (Verse 2, 3, 4 und 5)

Offensichtlich nicht. Schließlich wird es noch klarer, wenn wir die Parallelstelle in Matthäus 15:1-20 lesen, wo Jesus am Ende sagt: "Aber mit ungewaschenen Händen zu essen, das verunreinigt den Menschen nicht." (15:20)

Weil es in unserem Abschnitt gar nicht um die Speisegesetze geht, kann es gar nicht sein, dass Jesus hier die Speisegesetze aufhebt.

Schließlich können wir noch viel mehr lernen. Wenn wir sehen, dass diese Diskussion in einem sozialen, geschichtlichen und religiösen Zusammenhang geschah, verstehen wir: die Sprache der Menschen und ihr gemeinsames Leben war auf dem Wort Gottes gegründet. Ihr Landbesitz auch. Ihr Essen auch. Was Menschen essen durften und was nicht, hatte Gott, der Schöpfer, schon von Anfang an festgelegt. Zu Adam und Eva sprach er (Gen 1:29, Gen 2:16), den Tieren gab er Nahrung (Gen 1:30). Nach der Flut sprach er wieder zum Menschen, was er essen durfte (Gen 9:3-4). Und schließlich in größerem Detail zu Mose (Lev 11). Die heutige Wissenschaft bekräftigt übrigens ganz genau, was gesund und was ungesund ist! Wieder einmal wird das Wort Gottes durch die medizinische Forschung bestätigt. :-)

Mit anderen Worten gilt in Bezug auf Speisen: nur die Dinge, die Gott zu essen erlaubt hat, sind wirkliches Essen. Alles andere ist kein Essen. Jesus selbst und die hebräisch denkenden, gläubigen Jünger hätten unseren Text also so verstanden: "Und so erklärte er alles, was von Gott als Speise gegeben worden war, als rein (essbar), unabhängig von einem zeremoniellen Händewaschen."

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