Hiob, Leiden und 2 Dinosaurier

Kategorie(n): Schöpfung   Bibel  

Stell Dir vor, du bist verheiratet und hast 10 Kinder. Außerdem bist du sehr reich. Viele Diener kümmern sich um deinen Besitz. Auch gesund bist du. Und bei den Menschen sehr beliebt und angesehen. Alles läuft gut. Dann plötzlich, an einem einzigen Tag, verlierst du deinen ganzen Besitz und wirst arm. Deine Diener kommen um. Alle deine 10 Kinder sterben. Deine Frau ist dir keine Hilfe, sondern eine Belastung. Und du bekommst bösartige Geschwüre von deiner Fußsohle bis zum Scheitel. In den nächsten Wochen kommen Freunde zu dir und behaupten ständig, du hättest gesündigt und erfährst dafür jetzt die gerechte Strafe von Gott. Ja, und Gott? Er ist scheinbar stumm und redet kein Wort zu dir. ... Was würdest du tun? Selbstmitleid bekommen? Zornig auf Gott sein? Resignieren und sterben wollen? Du bist nicht allein. Hiob hat das alles durchgemacht.

Hättest Du gerne, dass Gott das auch über dich sagt?

Dabei war Hiob ein gerechter Mann! Er lebte wahrscheinlich nach der Sintflut, aber noch vor der Zeit von Mose. Gott sah in Hiob einen Mann zum Vorzeigen. Er sagte über ihn: " ... es gibt niemanden auf Erden wie ihn. Denn er ist untadelig und rechtschaffen, fürchtet Gott und meidet das Böse." (Hiob 1:8)

Zuerst war Hiob selbst in dieser Situation standhaft. Als seine Frau zu ihm sagte: "Hältst du noch immer an deiner Makellosigkeit fest? Fluche Gott und stirb!", antwortete Hiob: "Wie eine törichte Frau spricht, so redest auch du. Wenn wir das Gute von Gott annehmen, warum nicht auch das Böse?" (2:9-10) Was für ein Mann Gottes!

Doch nach und nach wurde Hiob müde. Scheinbar, aus Hiobs Sicht, war auch Gott gegen ihn. Er dachte, alle diese Leiden kämen direkt von Gott. Er hatte gemeint, Gott sei ungerecht, weil er ihn so behandelt. Wir kennen das. Wie oft sagen wir: "Herr, das ist nicht fair!" "Du kennst meine Leiden nicht!" "Du kümmerst dich nicht um mich!" "Allen anderen geht es gut, nur mir nicht!"

Unser Charakter ist Gott wichtiger als bequeme Lebensumstände.

Gott ist gut und greift in Hiob's Leben ein!

1. Gott hat Hiob von seinen Problemen auf sich gelenkt

Wie ist unsere Reaktion, wenn wir Leid erfahren? Fällst Du in Selbstmitleid, wenn du Probleme hast? Du bist nicht allein. Hiob und ich haben das oft getan. Wir müssen Selbstmitleid als echten Feind erkennen. Es fühlt sich eine Zeit lang gut an, aber in Wirklichkeit bringt es uns um. Es hält uns in unserem eigenen Egoismus gefangen. Es läßt uns um uns selbst kreisen. Es blockiert uns, Gottes Stimme zu hören.

Selbstmitleid ist unser Feind.

2. Gott hat sich Hiob geoffenbart

Der Herr schaut nicht anteilslos zu, wenn wir leiden. Er fühlt mit uns mit und greift - zu seinem richtigen Zeitpunkt - wunderbar in unser Leben ein. Hiob hatte eine tiefe Offenbarung über Gott, die ihn völlig veränderte.

3. Gott hat sich als Schöpfer geoffenbart

Der Herr lenkte Hiob auf seine Schöpfung und damit auf ihn als Schöpfer. Er zeigte Hiob seine gewaltige Macht, Größe und Stärke, vorrangig an 2 Dinosauriern, Behemoth und Leviathan. Gott fragte Hiob insgesamt 84 Fragen. Hiob hat keine einzige davon beantwortet. Fragen wie "Kannst du diese Dinosaurier erschaffen und auch bändigen?" ... "Kannst du Blitze vom Himmel senden?" ... "Kannst Du alles Böse durch deine große Macht vertilgen?" brauchten keine Antwort, sondern bewirkten in diesem Mann Gottes tiefe Ehrfurcht, weil er offene Augen bekam, um Gottes Größe, Macht und Herrlichkeit zu sehen.

4. Gott hat sich als guter Versorger seiner Schöpfung geoffenbart

In seinem Selbstmitleid hatte sich Hiob ganz alleine gefühlt. Er sah nur mehr sich selbst und seine Probleme. Seine Kinder waren nicht mehr. Er war plötzlich ganz arm. Seine Frau war im Herzen nicht mit ihm, die vielleicht schwierigste Sache für einen Ehemann überhaupt (auf menschlicher Ebene). Sogar von Gott fühlte er sich verlassen. In dieser Situation zeigte ihm der Herr, wie er seine ganze Schöpfung ständig und liebevoll umsorgt. Hiob erkennt, dass Gott genau weiß, was er gerade durchgeht und dass er auch für ihn persönlich sorgt.

"All eure Sorge werft auf ihn, denn ihm liegt an euch." (1. Pet. 5:7)

Gleichzeitig und als Folge von Gottes Größe sah er auch seine eigene Kleinheit und Sünde. Hat Hiob gesündigt? Ja, aber nicht vor den Leiden, sondern währenddessen. Was war es genau?

1. Hiob hatte zu wenig Erkenntnis und Einsicht.

Hiob sah es ein und bekannte es als Schuld: "Ich war es, der deinen Plan verdunkelt / mit Worten, denen die Erkenntnis mangelt." (42:3)

2. Hiob hat sein Herz Gott gegenüber verhärtet und verlor die Furcht des Herrn.

3. Hiob bekam schlechte Gedanken über Gott und kritisierte ihn.

"Oder soll das Geschöpf von seinem Schöpfer sagen: 'Er hat keinen Verstand.'? (Jes 29:16)

4. Hiob ließ sich nicht von Gott verändern, sondern klagte ihn an. Die Antwort von Gott war wunderbar: Er ist ein liebender Vater im Himmel, gleichzeitig heilig und gerecht: "Da wandte Jahwe sich an Hiob und sprach: Der Nörgler an Schaddai, wird er sich beugen? Wer Gott will tadeln, der muß Antwort stehen." (40:1-2) "Willst du denn gar mein Recht zunichte machen, / mich schuldig sprechen, dass du recht behältst?" (40:8) Er wies seinen Sohn Hiob zurecht, aber in Liebe.

5. Hiob hat seiner eigenen Gerechtigkeit vertraut. Deshalb rief er: "Das ist nicht fair! Ich bin unschuldig!" Später gab er zu, im Unrecht zu sein und bei Weitem nicht alles verstanden zu haben.

Und Hiobs Freunde? Sie lagen falsch. Sie mußten Buße tun. Als Hiob für sie betete, wurde ihnen vergeben.

Gott sieht unser ganzes Leben

Er will das Beste für uns. Leiden ist nicht immer eine Folge der Sünde. Schliessen wir keine zu schnellen Schlüsse, in unserem Leben und bei anderen!

Einmal sahen Jesus und die Jünger eine Mann, der von Geburt an blind war. Die Jünger hatten sofort daran gedacht, dass Sünde im Spiel sein muß. Sie fragten Jesus: "Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?" (Joh 9:2) Sünde kann die Ursache für Krankheit und Leiden sein, muß es aber nicht. In diesem Fall antwortete Jesus: "Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern. Vielmehr sollen die Werke Gottes an ihm offenbar werden." (Joh 9:3) Jesus sagt nicht, dass dieser Mann oder seine Eltern nie im Leben gesündigt hatten. Sondern, dass nicht eine Sünde der Grund dafür war, dass er von Geburt an blind war.

Vielmehr ging es im Leben dieses Mannes darum, dass die Werke Gottes an ihm offenbar werden sollen. Gott wollte das Leben dieses Menschen gebrauchen, um zu zeigen, wie gut und herrlich er ist, indem er einem von Geburt an Blinden die Augen öffnet. Genauso wollte Gott Hiob kein Leid zufügen, sondern ihn prüfen, um ihm nachher doppelt Gutes zu erweisen: "Der Schmelztiegel ist für das Silber, und der Ofen fürs Gold; / doch der die Herzen prüft, ist Jahwe." (Spr 17:3)

Was kannst Du in einer Zeit des Leidens tun?

1. Vertraue auf Gott - Er ist gut. Auch wenn es dir schlecht geht: Gott ist gut.

Gott will dir mitten in diesen schwierigen Umständen Frieden im Herzen geben.

Wenn du von scharfen Wölfen angegriffen wirst, wird Gott vielleicht die Wölfe nicht wegnehmen. Aber er wird dich stärken und dir übernatürlichen Frieden geben.

Glaubst Du, dass Gott gut ist, egal, wie die Umstände sind?

2. Gieß dein Herz vor Gott aus. Sag ihm, wie es dir geht. Er versteht alles, besser als du selbst. Bring alles, was dich bedrückt, zu Gott. Tu das solange, bis du den Sieg hast.

3. Verliere dabei den Respekt und die Ehrfurcht vor Gott nicht.

Sag nicht: "Herr, warum tust du mir das an?" sondern: "Herr, was soll ich daraus lernen?"

4. Verlass die erste Liebe nicht. Suche beständig den Herrn und sein Angesicht.

5. Lies viel in der Bibel. Es wird deinen Glauben stärken. "Also kommt der Glaube aus dem Hören, und das Hören durch das Wort Gottes." (Röm 10:17) Je mehr du im Wort Gottes liest, umso mehr wird dein Glaube wachsen.

6. Höre nicht auf die Stimme des Feindes. Übe die Unterscheidung im Geist. Wie wir mit der Zunge unterscheiden können, ob etwas sauer oder süß ist, können wir geistlich unterscheiden, ob etwas vom Herrn ist oder nicht. Entmutigung ist nicht von Gott.

7. Habe Ausdauer und Standhaftigkeit (Jak 5:10-11). Entscheide dich dazu, durchzuhalten und zu überwinden.

Gott sieht, was wir lernen sollen; es geht weit über unser eigenes Verständnis, das wir zur Zeit haben, hinaus.

8. Sei treu. "Sei getreu bis in den Tod, und ich werde dir das Leben als Siegeskranz geben." (Off 2:10). Manchmal gibt es Situationen, in denen wir nicht einmal mehr beten oder Bibel lesen wollen. Bleib treu. Der Herr ist der Einzige, der dir helfen kann, warum also willst du ihn verlassen? "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens." (Joh 6:68)

9. Baue auf die Gnade Gottes. Wenn du nicht mehr kannst, kann Gott. "Es genügt dir meine Gnade; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet." (2 Kor 12:9)

Gott weiß, was er tut und kann das, was er beginnt, auch vollenden.

Das Wichtigste im Leben - Unser Gottesbild

Gerade in Zeiten der Krise will Gott sich verherrlichen, Dich näher zu sich ziehen und deinen Charakter formen. Er ist dein Vater im Himmel, der dich liebt! Gleichzeitig ist er heilig, verdient unseren vollen Respekt und unsere Ehrfurcht. Gott, der Vater, wirkt in deinem Leben so, dass du ihn mehr und mehr erkennst und tiefere Gemeinschaft mit ihm haben kannst.

Der Herr gibt uns in seinem Wort das Versprechen, dass er mit uns zum Ziel kommen wird, wenn wir mit seiner Gnade zusammenarbeiten. Hast Du ein Herz, das Gott lenken kann?

"Ich verleihe dir Einsicht; den Weg, den du gehen sollst, will ich dir weisen; ich will dir raten, und mein Auge wird auf dir ruhen: Seid nicht wie Roß und Maultier, die ohne Verstand; / ihren Trotz mußt du mit Zügel und Zaum zwingen, / sonst werden sie dir nicht nahen." (Ps 32:8-9)

Hiob hat durch die Leiden, die er erlebte, eine Begegnung mit Gott gehabt, die unbezahlbar war und alles überstrahlte. Je näher er dem Herrn kam, umso mehr erkannte er Gott, und umso mehr war er voller Staunen und Ehrfurcht. Seine Beziehung zu Gott war es, die sein Leben prägte. Alles in seinem Leben wurde durch den Herrn erfüllt. Er sah seine eigene Sünde, nämlich Gott anzuklagen, und verabscheute sich selbst dafür. Er tat Buße, wurde demütiger und verherrlichte den Herrn in seinem Leben.

Hiobs letzter Test: Er mußte für seine Freunde, die ihm so schwer zugesetzt hatten, beten. "Und der HERR wandte Hiobs Gefangenschaft, als er für seine Freunde betete; und der HERR erstattete Hiob alles, was er gehabt hatte, doppelt wieder." (42:10) Hiob ging aus Gottes Test wie Gold hervor. Sein Leben danach war reich gesegnet. "Danach lebte Hiob noch 140 Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder, vier Geschlechter. Hiob starb alt und lebenssatt." (42:16-17)

"Wir wissen auch, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten gereichen, denen, die nach seinem Ratschluß berufen sind." (Röm 8:28)

Manfred Thonhauser (29. 1. 2013, 14:46)

Zur Seele sprechen, wenn sie klagt und sie lehren altbewährte Weisheit aus der Schrift. Die all Jenen, die sie suchen, unerschütterlich und Schritt für Schritt den Sieg verleiht, den sie vertritt und denen, die sich sehnen, dem Erlöser treu zu sein. (Alois Putz, SA, 2004)


Sonja Lorch (29. 1. 2013, 15:14)

Danke für die Ermutigung. Sehr oft fehlt mir Ausdauer und Standhaftigkeit


Marion (30. 1. 2013, 10:33)

Wie reich gesegnet sind wir, dass wir die Verheißungen unseres HERRN zu jeder Zeit in Anspruch nehmen dürfen. Leider denken wir in Krisenzeit nicht immer daran und versuchen uns aus eigener Kraft durchzuquälen.


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