Auf Gott warten

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Verheißung und Warten

Abraham bekam die wunderbare Verheißung von Gott, dass er einen Sohn haben wird. Was war zu tun? Neben der offensichtlichen Sache, die Menschen tun, um Kinder zu bekommen, musste er noch etwas tun ... warten. Insgesamt musste er 24 Jahre lang warten. Aber es hat sich sich ausgezahlt.

Jedes Warten auf Gott ist richtig und zahlt sich aus.

Gott ist nie zu spät, auch wenn es für uns so wirkt. Er kommt auf alle Fälle, weil er es versprochen hat. Und er greift immer zeitgerecht ein.

Auch Hannah, Elkanas Frau, hat sich sehnlich ein Kind gewünscht. Auch sie musste warten. Diese Zeit war für sie nicht nur sehr herausfordernd, sondern auch eine wunderbare Gelegenheit, ihre Liebe zum Herrn auszudrücken: 'Herr, wenn du mir einen Sohn gibst, gebe ich ihn dir zurück.' Wie Abraham, so bezeugte auch Hannah, dass ihre Liebe zum Gott Israels größer als ihre Liebe zu ihrem Sohn war.

Wenn wir etwas sehr stark ersehnen, und Gott es uns gibt, sind wir nachher auch bereit, das, worauf wir so lange gewartet haben, Gott wieder zurück zu geben?

Warten auf Gott bringt neue Kraft.

Der Prophet Habakuk wurde von einer ungeklärt Frage gequält: Warum muss der Gerechte leiden? Warum erleben Menschen, die Gott lieben, die ihm nachfolgen und dienen, solche Schmerzen? Warum kommt es so oft vor, dass wir, die wir Seinen Willen tun wollen, trotzdem durch Leiden geqäult werden? Er sagt: "Wie lange, o HERR, soll ich zu dir schreien, ohne daß du hörst, dir Unrecht klagen, ohne daß du hilfst? Warum läßt du mich Elend sehen und schaust dem Jammer zu? Gewalttat und Frevel werden vor meinen Augen begangen, es entsteht Hader, und Streit erhebt sich." (Hab 1:2-3)

Es ist richtig und gut, dem Herrn sein Leid zu klagen, mit Offenheit, Ehrlichkeit und Respekt:

"Warum schaust du denn den Frevlern schweigend zu, während der Gottlose den, der gerechter als er ist, verschlingt?" (Hab 1:13)

Ich habe auch schon oft Situationen erlebt, die ich so überhaupt nicht verstanden habe. Scheinbar kein Sinn dahinter. Und noch dazu war es Sünde von anderen Menschen, die mir Leid und Schmerzen verursacht haben. Immer und immer wieder. Keine Entschuldigung, kein gar nichts. Ja, schließlich wurde versucht,, alles umzuinterpretieren; es wurden mir Vorwürfe gemacht, als ob ich etwas falsch gemacht hätte! Fast automatisch kommt da die Frage auf: Warum tut Gott da nichts?

Habakuk tut in so einer Situation das einzige Richtige, er wendet sich an Gott. Er kommt zum Herrn und breitet die offenen und brennenden Fragen in seinem Herzen voller Vertrauen vor Ihm aus. "Auf meine Warte will ich treten und mich auf den Turm stellen, damit ich erspähe und sehe, was er mir sagen wird und was für eine Antwort ich auf meine Klage bekommen werde." (Hab 2:1)

Dann ... wartet er. Er wartet. Er wartet solange, bis der Herr spricht.

Schließlich kommt der glorreiche Moment, wo Gott antwortet und spricht. Und was Gott ihm damals gesagt hat, ist auch heute noch für uns ein fester Anker für unser Leben: "Der Gerechte wird aus Glauben leben." (Hab 2:4, vergleiche Röm 1:17; Gal 3:7; Gal 3:11; Heb 10:38)

Auf das Wort des Herrn hören

Als die Übriggebliebenen vom Volk Israel nach dem Gericht durch die Babylonier zum Propheten Jeremiah gekommen waren und ihn gebeten hatten, den Herrn zu fragen, was sie tun sollen (im Land bleiben oder nach Ägypten ziehen), fragte Jeremiah den Herrn und ...wartete. Es dauerte 10 Tage, bis Jeremiah ihnen Antwort gab und sagte: "So spricht der HERR." Entweder hat Gott 10 Tage lang gewartet, bis er gesprochen hat - und Jeremiah hat mit ihm gewartet - oder er hatte schon vorher gesprochen und Jeremiah hat das Wort noch geprüft. Das Entscheidende war jedoch neben dem Reden des Herrn, dass Jeremiah bereit war, zu warten, bis er sicher gewußt hat: jetzt hat der Herr gesprochen. 

Zu schnell sind wir heute oberflächlich, negativ beeinflußt durch den schädlichen Zeitdruck der Welt. Wir wollen alles gleich haben, es muss schnell gehen. Wir haben einen großen Schatz verloren. Wir haben verlernt zu warten. Wir haben keine Zeit mehr.

Alle großen Entscheidungen im Leben brauchen ein Warten auf Gott.

Ich kenne es aus meinem eigenen Leben: vor vielen Jahren war es mein großer Wunsch, in einem bestimmten Ort in Österreich zu wohnen. Es war aus vielen Gründen mein Traum.

Ich habe angefangen zu beten. Zu beten und zu warten, zu glauben und zu hoffen. Ein ganzes Jahr hatte es gedauert, bis ich vor dem Herrn das innere Empfinden hatte: jetzt ist die Zeit.

Ich fand in diesem Ort eine Wohnung, doch ich hatte zu wenig Geld. Ich musste weiter warten. Im Glauben sagte ich: Herr, wenn diese Wohnunung von dir für mich ist, bitte halte sie mir frei.' Drei lange Monate habe ich weiter gewartet. Dann war die Zeit des Herrn vollständig gekommen. Die Wohnung war noch frei, ich bin eingezogen und habe dort 10 Jahre lang die schönsten Tage meines Lebens verbracht. Das Warten hatte sich ausgezahlt!!!

Kein Automat

Sicherlich komt es auch vor, dass Gott unser Warten nicht so, wie wir es gerne hätten, beantwortet.

Jahrelang hatte ich gewartet und mit Gott gerungen, weil ich ein Mädchen unendlich geliebt habe. Ich wollte unbedingt mit ihr leben, und war bereit, noch 10 oder 15 Jahre weiter zu warten. Aber Gott hat dieses Warten nicht so erfüllt, wie ich es gerne gehört hätte. Es hat so weh getan, mehr als ich in Worten ausdrücken kann. Heute, viele Jahre später, kann ich aber sagen: so extrem schmerzhaft dieses Nein von Gott damals war, ich sehe diese Zeit des Wartens, des Hörens und Ringens mit Gott trotzdem als sehr wertvoll an. Ich habe alles gemeinsam mit dem Herrn durchgemacht. Meine Beziehung zum Herrn ist noch tiefer geworden.

Insgesamt habe ich mehr als 43 Jahre warten müssen, um eine Frau zu bekommen. Aber auch dieses Warten hat Gott zum Guten verwendet.

Warten ist oft entscheidend

David steht den Feinden Israels gegenüber. Er besiegt sie, doch sie versammeln sich wieder. Was tut David, der Mann Gottes? "Und David befragte den HERRN." (2 Sam 5:23) Er wartet, bis Gott ihm etwas sagt. Er läßt sich nicht durch Umstände drängen. Er denkt nicht daran, schnell zu handeln, weil die Feinde sonst angreifen. Er schaut zum Herrn, dem Gott Israels. Und dieser antwortet: "Und wenn du in den Wipfeln der Balsamstauden das Geräusch eines Einherschreitens hören wirst, dann beeile dich; denn der HERR ist dann vor dir hergezogen, das Heer der Philister zu schlagen." (2 Sam 5:24)

Das Ergebnis? ... Sieg! "Und David tat so, wie ihm der HERR geboten hatte, und er schlug die Philister von Geba an, bis man nach Geser kommt." (2 Sam 5:25)

Nicht warten

Die Bibel zeigt uns auch deutlich auf, was geschieht, wenn wir nicht auf Gott warten.

Davids Vorgänger, König Saul, hatte nicht gewartet. In einer Situation, wo das Volk vom Feind bedrängt war und anfing, sich von ihm weg zu zerstreuen, handelte er aus Eigenem heraus. Der Prophet Samuel antwortete ihm und sprach: "Du hast töricht gehandelt, daß du das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir geboten hat, nicht gehalten hast; denn sonst hätte er dein Königtum über Israel auf ewig bestätigt." (1 Sam 13:13)

Wir können viel verlieren, wenn wir Gott nicht vertrauen und nicht auf Ihn warten.

Sarah hatte eine gute Idee. Nachdem Gott Seine Verheißung schon mehr als 10 Jahre lang nicht erfüllt hatte, versuchte sie, es auf eigene Wege herbei zu führen. Leider willigte Abraham ein. (Sehr ähnlich zu Adam und Eva beim Sündenfall). Sie wollten im Fleisch versuchen, Gottes Wort zu erfüllen. Aber Gott handelt ... WIE ... Er will und ... WANN ... Er will. Deshalb ist es so gut und so wichtig und entscheidend, dass wir warten, damit wir in Gottes Zeitplan sind.

Unsere Beziehung zum Herrn

Als Jesus die Nachricht bekommt, dass sein Freund Lazarus krank ist, wartet er (Joh 11:6). Menschlich gesehen unverständlich. Wieso kommt der Herr nicht gleich und macht alles wieder gut? Aber Gott weiß, was er tut und wann er es tut. Durch das Warten und den Tod von Lazarus konnte Yeshuas Macht noch viel stärker demonstriert werden!

Im Warten bereitet Gott uns innerlich vor. 

"Die, die auf den HERRN warten, bekommen neue Kraft." (Jes 40:31)

Durch Zeiten, in denen wir warten müssen, gibt der Herr uns wunderbare Gelegenheiten, geistlich zu wachsen.

Wir können die Beziehung zum Herrn bauen und vertiefen; ... lernen, Ihm noch mehr zu vertrauen; ... lernen, die Stimme Gottes noch besser zu hören; ... den Willen Gottes erkennen; ... lernen, Ihm noch besser zu gehorchen; ... unseren Glauben stärken; ... uns entscheiden, demütig zu sein.

Sehen wir diese Zeiten, in denen wir warten, als etwas Gutes. Suchen wir den Herrn aktiv! Er wird uns mächtig segnen und alles zum Guten führen (Röm 8:28). Und noch wichtiger: er wird Sich verherrlichen! Auf SEINE Art; zu SEINER Zeit; so, wie ER will.


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