Leserbrief zu "Der Urknall"

Bei Yeshua.at freuen wir uns über jede konstruktive Mitarbeit. Manche Leserbriefe, die wir bekommen, sind ehrlich, suchend und freundlich, manche weniger. Wir geben heute konkrete Antworten auf Einwände, die gegen unseren Artikel "Der Urknall" eingebracht wurden. Sie sollen dazu dienen, dass sich Menschen mit dem Thema intensiver auseinandersetzen können, wenn sie größeres Interesse an der Urknall-Theorie - und was die Bibel dazu sagt - haben. Schließlich ist es für jeden Christen von entscheidender Bedeutung, zu wissen, was die Bibel zu bestimmten Themen sagt und im Wort Gottes fest zu stehen. Jesus sagt uns, dass wir nur dann überwinden werden, wenn wir uns an Seine Worte halten!

Hier der Leserbrief:

Sehr geehrter Herr Leinfellner,

leider fehlen Ihnen scheints einige Hintergrundinformationen zur Urknalltheorie, die ich Ihnen gerne nachreichen möchte:

Sehr geehrter Herr Resch,

persönliche Sticheleien bedeuten meistens, dass man fachlich nicht viel zu sagen hat.

Zu meiner Person: ich besitze 3 akademische Titel mit Ausbildungen in Mathematik und Informatik, sowie profundem Wissen in Astronomie, Physik und mehreren anderen Wissenschaften. Auch in der hebräischen und griechischen Spache habe ich Kenntnisse. Doch geht es hier nicht um mich, mein Wissen oder meine Qualifikationen. Es geht um die Theorie des Urknalls und die Frage, ob diese mit der Bibel, dem Wort des lebendigen Gottes, vereinbar ist ... oder eben nicht.

Einige der zahlreichen wissenschaftliche Probleme mit der Urknall-Theorie sowie direkte Widersprüche zur Bibel habe ich im erwähnten Artikel schon behandelt. Es ist speziell für gläubige Christen entscheidend, uns auf das zuverlässige Wort Gottes zu stützen, nicht auf säkulare Wissenschaftler. Die Urknall-Theorie ist vom Wesen her "naturalistisch" - mit anderen Worten: alles sei durch rein natürliche Prozesse, nicht durch Übernatürliches entstanden. Deswegen ist es nicht mit der Bibel vereinbar, weil es alles Übernatürliche - also auch Gott den Schöpfer - von vorn herein ausschließt. Weiters macht die Bibel sehr klar, dass die 7 Tage von Genesis 1 - 2 wörtlich zu nehmen sind - was eine weitere Unverträglichkeit zum Evolutions-Urknall ist (siehe weiter unten).

Nun zu konkreten Antworten auf Ihre angeführten Punkte:

"1. Die Urknalltheorie ist seit es sie gibt ein Ärgernis für alle Atheisten, weil seitdem klar ist, dass das Universum nicht unendlich besteht, sondern einen klar definierten Anfang hatte."

Ich stimme überein, dass die Tatsache, dass das Universum nicht unendlich ist, für Atheisten ein Dorn im Auge ist. Leider beziehen Sie sich nicht auf ein Jahr, wenn Sie schreiben: "weil seitdem klar ist". Seit wann? Es fehlt jegliche Referenz. Hubble hatte lang vor der Urknall-Theorie entdeckt, dass sich das Universum ausdehnt. Und die Bibel hatte diese Ausdehnung schon Jahrtausende vorher postuliert.

"2. Die Ungleichverteilung der Materie im Raum war von Anfang an Teil des mathematischen Modelles davon, sie wurde dann später experimentell bestätigt."

Das kann ich nicht bestätigen. (Auch hier geben Sie keinerlei Referenz an. Was bedeutet "von Anfang an"?) Die fehlende Gleichverteilung der Materie war (und ist!) ein großes Problem für das Urknall-Modell.

Neben den bereits im angesprochenen Artikel gezeigten Unzulänglichketen dieser Theorie sei hier demonstriert, wie unsicher und instabil die Urknall-Hypothese ist. Dazu ein kurzer geschichtlicher Rückblick: an der Geschichte der Urknall-Theorie sehen wir, dass sie im Laufe der Jahre sehr viel verändert worden ist!

Die Idee des Urknalls begann mit dem belgischen Astronomer Georges Edward Lemaitre (1894-1966). Nach Isaac Asimov hat Lemaitre diese Masse als "nicht mehr als ein paar Lichtjahre im Durchmesser" angesehen. Mindestens seien es 2 Lichtjahre, oder ca. 19 Billionen Kilometer. 1965 wurde diese Zahl reduziert: Auf 440 Millionen Kilometer, 1972 auf 114 Million Kilometer, 1974 auf 87 Tausend Kilometer, 1983 auf "ein Billionstel des Durchmessers eines Protons", und jetzt, auf überhaupt nichts! Eine Singularität!

Weiters gebe ich folgende Zeitlinie zu bedenken:

Wir sehen, dass die Urknall-Theorie in Laufe der Jahrzehnte immer wieder geändert wurde (wie in unserem Artikel erwähnt). Viele Wissenschaftler (und andere, teilweise leider auch Christen!) glauben, dass das Urknall-Modell alle neuen Errungenschaften und Erkenntnisse erklären kann. Doch das tut es nur scheinbar und durch eine Chamäleon-Effekt, indem es immer und immer wieder neu angepasst bzw. korrigiert werden muß.

Das Urknall-Modell von heute hat mit dem von vor 30 Jahren nicht viel zu tun (geschweige denn noch früher). Beispiele dazu sind: Ausdehnungs-Rate, Inflation, schwarze Materie, schwarze Energie, String Theorie. Und doch haben Wissenschaftler, die am Urknall festhalten wollen, damals wie heute fest daran geglaubt, dass ihre Theorie richtig wäre.

"3. Die Urknalltheorie ist nach wie vor ein wichtiger wissenschaftlicher Baustein zur Rückführung der Naturwissenschaften auf eine biblische Basis. Für viele Wissenschaftler, die sich damit auseinandersetzen, ist es ein klarer Hinweis auf einen Schöpfer, worüber im wissenschaftlichen Diskurs auch offen gesprochen wird."

Genau das ("die Rückführung auf eine biblische Basis") ist nicht der Fall. Es ist ein klassisches Beispiel dafür, säkulare Theorien ins Wort Gottes hineininterpretieren zu wollen. Wie oben geschrieben, kann die Urknall-Theorie - als atheistische, naturalistische Theorie - keinen übernatürlichen Gott und Schöpfer ertragen. Der Urknall und die Bibel sind somit absolut nicht miteinander vereinbar.

Die Tatsache, dass auch weltiche Wissenschaflter herausgefunden haben, dass das Universum ein Anfang hatte, heißt noch lange nicht, dass diese Wissenschaftler damit Gott bewiesen haben (wie manche behaupten).

Dass viele Wissenschaftler darüber einen Diskurs führen ist mir bekannt, doch es macht leider in vielen Fällen nur ihren Unglauben offenbar. Es wäre fatal, das Zeugnis Gottes in Seinem Wort mit der Urknall-Theorie in Einklang bringen zu wollen. Die letzten Jahrzehnte unserer Geschichte haben das ja auch eindrucksvoll bewiesen!

"4. Die Meinung, bei den „Tagen“ im Schöpfungsbericht habe es sich um Kalendertage gehandelt, basiert meines Wissens nach auf der Nichtkenntnis des hebräischen Textes. Das dort verwendete Wort für „Tag“ steht für Tag, Zeitabschnitt, Zeitalter oder Epoche. Auch wenn es selbstverständlich kein Problem für Gott ist, das Universum in sieben Kalendertagen zu schaffen bringt es in Anbetracht dessen jedoch wenig, sich auf diese eine Auslegung des Wortes zu versteifen."

Das Wort Gottes - einfach und klar

Bei allem Respekt, Ihr Einwand in Bezug auf das hebräische Wort für "Tag" ist schlicht und ergreifend falsch. Das Hebräische kennt zwei verschiedene Worte, "YOM" für Tag und "OLAM" für Zeitabschnitt. In Genesis 1 wird das Wort YOM verwendet, nicht OLAM. Auch in anderen Stellen - mehrere Hunderte außerhalb Genesis - wird YOM für einen 24-Stunden-Tag verwendet. Jüdische Gelehrte und Hebräisch-Universitäts-Professoren stimmen damit überein. Selbst dann, wenn sie persönlich nicht daran glauben, bestätigen sie, dass dies die Bedeutung des hebräischen Textes ist!

Zweitens: Gott selbst sagt, dass er die Himmel und die Erde in 6 Tagen erschaffen hat. Danach kam der Ruhetag. Diese zentrale Aussage ist Teil der Schriftstelle über die 10 Gebote. Davon beziehen wir auch unsere 7-Tages-Woche. Sollten wir 6 "Zeitalter" lang arbeiten und dann 1 "Zeilalter" lang ruhen? Es wird schnell sichtbar, wie absurd manche Ideen sind, wenn sie nicht auf der Bibel gegründet sind.

"Denn Er sprach, und es geschah; Er gebot, und es stand da!" (Psalm 33:9)

"5. Ich empfehle Ihnen als Literatur „Kosmische Impressionen“ von Walter Thirring, einem der führenden Physiker Österreichs seiner Zeit. Er ist gläubiger Christ, und stellt seine Sicht der Dinge ganz klar aus der Perspektive des Schöpfergottes dar. Eine Schöpfung aus dem „Nichts“ ist seiner Ansicht nach physikalisch zulässig. Stephen Hawking hat diese Hypothese von ihm dann später zu einer Theorie ausformuliert."

Was Prof. Dr. Walter Thirring betrifft, steht mir kein Urteil über seine Person zu. Gott, der Herr, selbst - und Er alleine - wird sein Leben und seine Aussagen beurteilen. Ich gebe aber zu bedenken, dass Herr Thirring selbst in dem bekannten Interview von BibelTV Jesus Christus nicht als Gottes Sohn bezeichnet hat - auf die Art, wie es die Bibel tut. Von einem gläubgen Menschen zu sprechen - wiedergeboren und mit dem Heiliger Geist erfüllt - ist in diesem Fall also sicherlich mehr als gewagt.

Bei allem Respekt: es geht hier nicht um die Meinung, die Herr Thirring vertreten hatte, sondern einzig und allein um das, was Gott sehr klar und unmißverständlich in Seinem Wort sagt. Nämlich: dass Er alles erschaffen hat - übernatürlich(!) und nicht nur durch "ausschließlich natürliche Prozesse". Und: dass dies alles 6 Tage dauerte, und nicht mehrere Milliarden Jahre. Genau hier zeigt sich, wo Menschen wirklich stehen: nehmen sie das Wort Gottes voller Glauben an, oder versuchen sie, alles mit ihrem eigenen Verstand zu erklären? Der Herr ist Gott, nicht unser Verstand. Und dem Herrn und Seinem Wort können wir vertrauen.

Die Urknall-Theorie ist ein Baustein, der in ein atheistisches Weltbild gehört und deshalb mit der Bibel nicht vereinbar.

Kompromisse führen zu Verblendung

Schließlich zeigt die Tatsache, dass Sie Stephen Hawking anführen, wohin dieser Kompromiss mit dem Wort Gottes führt! Stephen Hawking hat sich öffentlich entschieden gegen Gott als Schöpfer ausgesprochen!

Sie haben die Wahl. Folgen Sie einem Atheisten, der sich offen gegen Gott stellt, oder folgen Sie dem Herrn, dem Schöpfer des Himmel und der Erde. Stellen Sie sich in diesem Kampf um die Wahrheit auf Gottes Seite!

Dr. Helmut Leinfellner

"Ich freue mich über Dein Wort, wie einer, der große Beute findet." (Psalm 119:162)