Zeichen am Himmel

"Und Gott sprach: Es sollen Leuchten am Firmament des Himmels werden, damit sie zwischen dem Tag und der Nacht scheiden; sie sollen als Zeichen dienen, für Festzeiten und Tage und Jahre. Sie sollen Leuchten am Firmament des Himmels sein, um über die Erde zu leuchten. Und es geschah so. Gott machte die beiden großen Leuchten, die größere Leuchte zur Herrschaft über den Tag, die kleinere Leuchte zur Herrschaft über die Nacht, dazu die Sterne." (Gen 1:14-16)

Es gibt bemerkenswerte Phänomene am Himmel, die mit großen historischen Ereignissen Hand in Hand gehen. Ich möchte mich in diesem Artikel auf die bevorstehenden Mondfinsternisse und ihre möglichen Bedeutungen konzentrieren, ohne jedoch in Spekulationen abzuschweifen.

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Totale Mondfinsternis

Eine Mondfinsternis ist nichts völlig außergewöhnliches. Wenn sie aber genau auf den Beginn eines der großen Feste des Herrn fällt, horcht man auf. Und gibt es gleich vier totale Mondfinsternisse hintereinander, die genau zu Pessach (wo Yeshua gekreuzigt worden ist) und Sukkot (dem Laubhüttenfest) eintreffen, ist das höchst verdächtig. Solche 4 aufeinanderfolgenden Mondfinsternisse werden eine "Tetrade" genannt. Genau so wird es in den nächsten beiden Jahren sein. Und danach wird es in diesem Jahrhundert nicht mehr vorkommen. Hier sind die Tage im hebräischen und im gregorianischen Kalender:

15. Nissan 5774 (Pessach) 15. April 2014

15. Tishrei 5775 (Sukkot) 9. Oktober 2014

15. Nissan 5775 (Pessach) 4. April 2015

15. Tishrei 5776 (Sukkot) 28. September 2015

Der "Blutmond"

Bei einer totalen Mondfinsternis wird auch der Begriff "Blutmond" gebraucht, weil der Mond stark rötlich erscheint. Warum eigentlich? Das Licht der Sonne wird von der Erdatmosphäre absorbiert und gestreut. Der Mond erscheint dadurch rötlich. Je mehr Staub oder Schmutz es in der Atmosphäre gibt, umso dunkelroter erscheint der Mond. Die Bibel spricht im Buch Joel über einen "Blutmond":

"Die Sonne wird sich Finsternis wandeln und der Mond in Blut, bevor der Tag Jahwes kommt, der große und furchtbare." (Joel 2:31 bzw. 3:4)

Ein sehr seltenes Ereignis

Es gab vor einigen Jahren bereits solche Tetraden. Sie fielen mit sehr bedeutenden Ereignissen zusammen. 1493 - 1494 war es genau zu der Zeit der spanischen Inquisition. 1949 - 1950 war es im Zusammenhang mit dem neugegründeten Staat Israel und dem anschließenden israelischen Unabhängigkeitskrieg. Und 1967 - 1968 war es mit der jüdischen Eroberung von Jerusalem und dem "6-Tages-Krieg" verbunden. Alle diese 3 Ereignisse spielen in der Geschichte des jüdischen Volkes und die letzten beiden sicherlich auch im prophetischen Kalender Gottes eine besondere Rolle. Und mit den Jahren 2014 - 2015 gibt es also gleich 3 solcher "Tetraden" innerhalb von 70 Jahren, wo mehrere Jahrhunderte davor keine einzige Tetrade stattgefunden hat!

Nachdem Gott selbst eine Verbindung zwischen den Himmelskörpern und seinem Volk Israel herstellt, und nachdem die vergangenen Tetraden mit signifikanten Ereignissen in der jüdischen Geschichte zusammengefallen sind, läßt sich etwas ähnliches für die kommende Konstellation erwarten. Gerade die oben zitierte Passage im Buch Joel scheint angesichts dieser Tatsachen sehr interessant zu sein. Insbesondere, weil es in diesem Zeitraum auch noch 2 Sonnenfinsternisse gibt: am 20. 3. 2015 und am 13. 9. 2015. Auch sie fallen auf spezielle Tage: dem Beginn des biblischen und des modernen Neujahres. Und als wäre selbst das noch nicht genug, ist das jüdische Jahr 5775, das eben am 13. 9. 2015 endet, ein sogenannten Shabbat-Jahr (oder "Shmittah"-Jahr; "shmittah" heißt auf Hebräisch "loslassen"), nach 7 Shabbat-Jahren beginnt das Jubeljahr: in Israel wurden alle 50 Jahre Schulden erlassen, und der Grundbesitz ging an den ursprünglichen Eigentümer zurück. 4 Mondfinsternisse, 2 Sonnenfinsternisse und ein Shabbat-Jahr. Was spricht Gott hier zu uns?

Gottes Fokus: Juden - Heiden - Juden

Gottes Plan zur Erlösung der Menschheit beginnt mit seiner Berufung Abrams in Genesis 12. Er formt aus einem einzigen Mann das Volk der Hebräer, durch das er schließlich den Erlöser in die Welt bringt. Yeshua selbst bezeugt, dass er "nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israels" gesandt wurde (Matt 15:24) und dass auch seine Jünger bei ihrer Aussendung (zunächst) nur zu Israel gehen sollten (Matt 10:6). Nach der Ausgießung des Heiligen Geist zu Shavuot (Pfingsten) ging dann der Missionsbefehl bis zu den Enden der Erde.

Gottes Augenmerk hatte sich ab dem Jahr 70, wo Jerusalem und der Tempel zerstört wurden, schwerpunktmäßig von Juden auf Nichtjuden gerichtet. Nach den Worten von Jesus wird "diese frohe Botschaft vom Reich [Gottes] in der ganzen Welt zum Zeugnis für sie verkündet werden. Und dann wird das Ende kommen." (Matt 24:14) Nachdem das Evangelium in alle Welt gekommen ist, geht der Fokus Gottes danach wieder zu Israel zurück, das schließlich "ganz" gerettet wird (Röm 11:25-27).

Für alle Welt sichtbar

1949 waren alle 4 totalen Mondfinsternisse in Israel zu beobachten. Kann es sein, dass Gott seinen Fokus in der Welt sichtbar auf das wiedergeborene Israel gelegt hat? 1967 war nur die 3. Mondfinsternis von 4 in Israel sichtbar, die anderen nur im Rest der Welt. Kann es sein, dass Gott seinen Fokus auf die übrigen Juden in aller Welt legt, um zu sagen, dass jetzt mit dem wieder erstandenen Israel die Zeit der Rückkehr ins Verheißene Land angebrochen ist? Und 2015 wird nur die letzte der 4 Mondfinsternisse in Israel sichtbar sein: alle aber in Asien, Australien, dem pazifischen Ozean und in Nord- und Südamerika. Kann das ein Zeichen für die verbliebenen Juden in diesen Teilen der Welt sein (in denen es große jüdische Gemeinden gibt!), dass es jetzt an der Zeit ist, nach Israel nach Hause zu kommen, damit so das prophetische Wort Gottes über Israel erfüllt und die Rückkehr des Messias vorbereitet wird?

Das Buch Daniel

Eine sehr gängige Interpretation von Kapitel 9 im Buch Daniel ist eine 7-jährige Trübsalszeit für Israel. Die Bibel-Passage ist Daniel 9:24-27. Eine Woche steht in diesem Fall für 7 Jahre. Die Idee ist, dass der Antichrist einen Bund mit Israel eingehen und diesen Bund in der Mitte der Woche brechen und das Opfer abschaffen wird, das in einem neu errichteten Tempel in Jerusalem wieder eingeführt wurde.

"Siebzig Wochen sind für dein Volk und für deine heilige Stadt bestimmt, bis dem Frevel ein Ende gemacht, die Sünde versiegelt und die Schuld gesühnt wird; bis ewige Gerechtigkeit herbeigeführt, Gesicht und Prophet(ie) letztlich besiegelt und das Allerheiligste gesalbt wird."

Auch wenn ich euch jetzt schockiere: ich glaube diese Interpretation nicht. Darf ich euch eine andere vorschlagen? Diese stimmt mit vielen anderen Bibelstellen und einigen Aussagen früherer Kirchenväter überein. Die 7 Jahre werden in 2 Teile unterteilt. Ich glaube, dass die ersten 3 1/2 Jahre von Yeshua, dem Messias, erfüllt wurden. Sein Dienst hier auf der Erde waren 3 1/2 Jahre. Er hat durch seinen Tod am Kreuz erfüllt, was hier geschrieben steht. Er hat "dem Frevel ein Ende gemacht", er hat "die Sünde versiegelt", er hat "die Schuld gesühnt". Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat Jesus "ewige Gerechtigkeit herbeigeführt" und dadurch "Gesicht und Prophetie letztlich besiegelt". Und sicherlich hat der Messias "das Allerheiligste gesalbt". In Vers 25 wird "der Gesalbte" (= der Messias) sogar extra erwähnt, auch als "Fürst" (= einer, der herrscht).

In Vers 26 wird der "Gesalbte" oder Messias getötet. Er hat mit vielen (durch sein Blut) einen festen Bund geschlossen und in der "Mitte der Woche" (nach 3 1/2 Jahren) hat er "Schlacht- und Speiseopfer" abgeschafft, weil sie nach seinem Opfer am Kreuz nicht mehr notwendig waren! Ein anderer "Fürst" wird kommen und "das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören". Dieses Volk sind die Römer, die Jerusalem und den Tempel im Jahr 70 n. Chr. zerstört haben.

Die zweiten 3 1/2 Jahre beginnen mit dem "Fürsten, der heranzieht", der "Verwüster" genannt wird (Vers 27). Das wird der Antichrist sein. Er wird auftreten und nach dieser Zeit vernichtet werden: "bis daß sich die bestimmte Vertilgung über den Verwüster ergossen hat". Das stimmt auch mit anderen Bibelversen überein, die aussagen, dass es eine Zeit von 3 1/2 Jahren (= 42 Monate = 1260 Tage) von großer Bedrückung geben wird (Off 11:3; Off 12:6). (Vielleicht wird er mit Israel einen politischen Vertrag schließen, aber es ist nicht der "Bund", von dem im Vers 27 die Rede ist).

Zusammengefasst:

1. Die 70 Wochen aus dem Buch Daniel teilen sich in 7 Wochen, 62 Wochen und 1 Woche auf. Eine Woche entspricht 7 Jahren. 69 1/2 Wochen sind bereits erfüllt.

2. Jesus, der Messias, hat die ersten 3 1/2 Jahre der letzten "Woche" erfüllt.

3. Der Antichrist wird die zweiten 3 1/2 Jahre auftreten und danach vernichtet werden. (2 Thess 2:8)

Bitte beachtet: Ich weiß nicht, wann Jesus wiederkommt oder wann die Entrückung sein wird oder wann der Antichrist in Erscheinung treten wird.

Bereit sein!

Persönlich glaube ich, dass wir in Bezug auf die Endzeit einen guten Mittelweg wählen sollen. Wir sollen sehr vorsichtig sein und nicht "abheben", speziell was Zeitangaben betrifft. Es gibt wirklich viele, sehr interessante Zusammenhänge, was biblische Zahlen und Jahresangaben betrifft (die mich als Mathematiker auch sehr interessieren!). Aber viele Menschen sind "über das, was geschrieben steht" hinausgegangen (1 Kor 4:6) und haben "sich selbst viel Weh bereitet" (1 Tim 6:10). Andererseits sollen wir "wachen und beten" (Mark 13:33) und die "Zeichen der Zeit beurteilen" (Matt 16:3). Und die vier kommenden totalen Mondfinsternisse, jede an einem signifikanten Datum, mit 2 Sonnenfinsternissen und einem Shabbat-Jahr, sprechen doch eine sehr auffallende Sprache.

Ich glaube, wir tun gut daran, uns so nahe wie möglich an Jesus und seine Worte zu halten. Halten wir unsere Lampen bereit und brennend. Lassen wir uns durch ihn zum Herrn ziehen. Folgen wir Jesus noch kompromissloser nach. Überwinden wir die Sünde, unser Lohn ist im Himmel. Wir müssen die Liebe zur Wahrheit haben. Und lassen wir die erste Liebe zu Jesus niemals los. Unser Bräutigam bereitet uns JETZT als seine Braut zu. Nur er kann und wird uns vor dem, was kommt, bewahren und in sein himmlisches Reich erretten. (2 Tim 4:18)

Wir bieten zu diesem Thema auch zwei Vorträge / Seminare an. Siehe beim Link "Seminare" die Themen Zeichen am Himmel und Zahlen in der Bibel. Es gibt auch einen Flyer zum Herunterladen. Ein weiterer Artikel zum Thema "Zeichen am Himmel" (Sonnenfinsternisse) ist hier. Ein Artikel über das Shmittah-Jahr ist hier.